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13.06.2007 
Bonse-Geuking wird Vorsitzender

Streit über Kohlestiftung beendet

von Klaus Stratmann

Die Weichen für den Börsengang des RAG-Konzerns sind gestellt. Bund, Kohleländer und die Gewerkschaft IG BCE verständigten sich am Mittwochabend auf Wilhelm Bonse-Geuking als Chef der künftigen Kohlestiftung. Auch letzte Streitfragen über die Satzung der Stiftung wurden geklärt.

Der Ex-BP-Manager Wilhelm Bonse-Geuking soll den Vorsitz der Kohle-Stiftung übernehmen. Foto: dpaLupe

Der Ex-BP-Manager Wilhelm Bonse-Geuking soll den Vorsitz der Kohle-Stiftung übernehmen. Foto: dpa

BERLIN. Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte im Anschluss an den Kohlegipfel im Bundeswirtschaftsministerium, alle Entscheidungen seien politisch abgestimmt. Der Durchbruch sei ein „Beweis für die Handlungsfähigkeit der Koalition“.

In den vergangenen Wochen war heftig um die Besetzung des Stiftungsvorsitzes gerungen worden. Lange Zeit hatte RAG-Chef Werner Müller das Amt für sich reklamiert. Er war jedoch am erbitterten Widerstand von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gescheitert.

Die Einigung auf Bonse-Geuking kam völlig überraschend. Der langjährige Veba-Manager war Vorstandsvorsitzender der Deutschen BP. Der künftige Chef der Kohlestiftung wird im August 66 Jahre alt. Weitere Mitglieder des Vorstandes sollen der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sowie Ulrich Weber, Arbeitsdirektor des RAG-Konzerns, werden.

Mit den Personalentscheidungen seien endgültig alle Spekulationen beendet, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach von einem „sehr vorzeigbaren Ergebnis“. Auch NRW-Ministerpräsident Rüttgers äußerte sich zufrieden. Das Resultat der Verhandlungen eröffne Perspektiven für die Menschen im Ruhrgebiet und für die Beschäftigten des RAG-Konzerns. Mit Bonse-Geuking habe man einen erfahrenen Unternehmer gefunden, dem es gelingen werde, ein sozialverträgliches Auslaufen des Steinkohlebergbaus zu bewerkstelligen. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) betonte, Befürchtungen, die Politik werde die Arbeit der Stiftung dominieren, entbehrten jeder Grundlage.

Auch die Satzung der Stiftung steht. Ein Kuratorium mit 13 Mitgliedern muss künftig alle wichtigen Entscheidungen des Stiftungsvorstandes absegnen. Nach dem Auslaufen des Bergbaus im Jahr 2018 soll das Gremium um ein Mitglied aufgestockt werden. In den vergangenen Wochen hatte es stets geheißen, das Kuratorium werde elf Mitglieder haben. Vorsitzender des Gremiums wird Ulrich Hartmann, Aufsichtsratsvorsitzender des Eon-Konzerns. Gesetzte Mitglieder sind die Ministerpräsidenten der Kohleländer NRW und Saarland, der Bundeswirtschaftsminister, der Bundesfinanzminister und der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE. Trotz der personellen Aufstockung des Kuratoriums bleibt es in wichtigen Fragen bei einer Sperrminorität des Landes NRW. Neben dem Ministerpräsidenten entsendet NRW wie auch bislang geplant drei weitere Kuratoriumsmitglieder.

Ministerpräsident Rüttgers versicherte im Anschluss an den Gipfel, es sei über die Satzung sichergestellt, dass nichts gegen ein Veto des Landes entschieden werden könne. Auch der Bund wird über insgesamt vier Mitglieder verfügen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Dreh- und Angelpunkt für Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau

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