Streit um Biosprit Greenpeace fordert sofortiges E10-Verbot

Die weltweite Getreideknappheit lässt die Kritik an dem Biosprit wieder hochkochen. Neben dem BUND sprechen sich jetzt auch Greenpeace und die Verbraucherzentralen für ein Verbot von E10 aus.
Update: 18.08.2012 - 12:16 Uhr 20 Kommentare
E10 sorgt wieder für Kontroversen. Quelle: dpa

E10 sorgt wieder für Kontroversen.

(Foto: dpa)

BerlinÖko-Rückenwind für Dirk Niebel: Wie der FDP-Minister fordert auch die Umweltorganisation Greenpeace wegen der hohen Getreidepreise ein sofortiges Aus für den Biosprit E10 in Deutschland. „Angesichts der weltweiten Getreideknappheit macht so ein Schritt Sinn“, sagte Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) ist für einen E10-Stopp. Die Verbraucherzentrale nennt die E10-Einführung „gescheitert“.

Greenpeace verweist darauf, dass in Deutschland jährlich aus etwa 1,5 Millionen Tonnen Getreide Ethanol hergestellt werde. Zusätzlich importiere Deutschland rund die Hälfte des eingesetzten Ethanols aus dem Ausland: „Insofern entlastet tatsächlich ein E10-Verbot den Getreidemarkt“, sagte Hofstetter. Ein E10-Stopp könne auch für andere Länder mit Ethanolerzeugung richtungweisend sein - allein in den USA landeten 40 Prozent der Maisproduktion im Tank. „Wir haben es beim Getreide mit einem vollständig globalisierten Markt zu tun.“

Die Diskussion über einen E10-Stopp war diese Woche von Entwicklungsminister Niebel ausgelöst worden. Die Vorräte an Getreide sind laut Weltgetreiderat in den vergangenen Jahren drastisch geschmolzen – von 175 Millionen Tonnen 2010 auf aktuell nur noch etwa 100 Millionen Tonnen. Weltweit aber werden inzwischen 150 Millionen Tonnen Getreide jährlich zu Ethanol verarbeitet. Ohne die Ethanol-Erzeugung wären also die Getreidelager sehr gut gefüllt, und es gäbe keine Knappheit.

Das Hauptproblem in Deutschland sei die Beimischungsregelung, sagt Hofstetter. „Die Kraftstoffproduzenten müssen hohe Strafabgaben zahlen, wenn sie die staatlich vorgegebenen Biokraftstoffquoten nicht erreichen und machen daher sogar an den Tankstellen E10 billiger als Normalbenzin, obwohl sie Agrosprit beim Einkauf viel mehr kostet als fossiler Kraftstoff“, sagte der Greenpeace-Experte. „Das ist ein Irrsinn, den die Autofahrer über insgesamt höhere Preise zahlen müssen.“

Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband spricht sich gegen den Biosprit aus. Sie sieht die Einführung von E10 in Deutschland als gescheitert an. „E10 hat nie funktioniert“, sagte Verkehrsreferent Otmar Lell. Zunächst habe es die Politik nicht geschafft, Akzeptanz bei den Verbrauchern herzustellen, weil zum E10-Start 2011 Motorenschäden nicht ausgeschlossen werden konnten.

„Dazu kommt, dass der vermehrte Anbau von Energiepflanzen zu Verlusten an Biodiversität führt und dass die Konkurrenz von Tank und Teller Nahrungsmittel verknappen und verteuern kann.“ Sinnvoller sei es, die CO2-Grenzwerte für Autos auf EU-Ebene zu verschärfen, sagte Lell. Mittel- bis langfristig führe kein Weg an Elektroautos vorbei.

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20 Kommentare zu "Streit um Biosprit: Greenpeace fordert sofortiges E10-Verbot"

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  • @Frank-O

    Der Beitrag von Frank-O ist sehr interessant und informativ. Danke!

    Viele Dinge, die von margrit117888 kritisiert werden, sind die Folgen unserer EU-Politik.

    Wenn ich nur an die Prämien denke, die die EU zahlt, wenn landwirtschaftliche Flächen stillgelegt werden (müssen).

    Ein Zurück in der Landwirtschaft in die Zeit von 1950-1960 wird nicht mehr bezahlbar sein.

    Rationalisierung muss auch in der Landwirtschaft betrieben werden. Vom Anblick schöner Landschaften wird der Bauch nicht satt.

  • Herzlichen Glückwunsch Frank-O, endlich mal einer, der von diesem Thema Ahnung zu haben scheint, ansonsten lese hier nur den größten Schwachsinn von Leuten, die nicht die geringste Ahnung von Landwirtschaft haben.

    Hier ein paar Punkte zum Nachdenken:
    - Deutschland kann sich nach wie vor mit landwirtschaftlichen Produkten selbst versorgen
    - die Anbaufläche für Biokraftstoffe (i.d.R. Raps) nimmt eine zu vernachlässigende Größe im Vergleich zur gesamten landwirtschaftlichen Fläche ein
    - es werden i.d.R. keine Lebensmittel zu Biokraftstoffen verarbeitet
    - die Preise für landwirtschaftliche Produkte (z.B. Eier, Milch, Getreide, Fleisch)sind in den vergangenen Jahrzehnten weit unterdurchschnittlich gestiegen
    - bei einem Brötchen macht der reine Getreidepreis zur Zeit etwa 1,35 Cent aus
    - durch den in den letzten Jahrzehnten stark angestiegenen pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch wird immer mehr landwirtschaftliche Fläche für Futtergetreide gebunden, der früher als Brotgetreide zur Verfügung stand

    Ich könnte hier noch zahlreiche Punkte nennen, aber ich glaube, es reicht erstmal

  • Vergangene Woche hat schon die UNO die USA aufgefordert, die Herstellung von Agrosprit sofort zu stoppen. Das Land ist der weltweit größte Getreide- und Ethanolproduzent.
    In Deutschland wurde E10 nie wirklich akzeptiert und viel kritisiert, es wird Zeit die Energiepolitik der EU zu korrigieren.
    Auch der Verein Rettet den Regenwald e.V fordert den sofortigen Stopp von E10, hier gibt es dazu mehr Infos und den Link zur Petition:
    https://www.regenwald.org/aktion/885/e10-sofort-stoppen

  • der tellerrand ueber den wir deutschen oekos nicht hin weg sehen koennen. wir weltverbesserer leben hier im land der glueckseligen.uns ist doch egal ob in anderen 3 welt laendern menschen an hunger krepieren hauptsache wir verbessern unsere kleine welt ,und leben oekologisch sauber.

  • "Sehen Sie sich doch unsere Landschaft an: Durch Straßen und Siedlungen völlig verwüstet, völlig überbevölkert, 230 Menschen auf einen Quadratkilometer (so ein Wahnsinn)."
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    Da muß ich Ihnen allerdings Recht geben. Ich mache gerne endlose Waldwanderungen mit meinen Hunden (die ich mit der Arbeit verknüpfen kann!). Um Ruhe zu haben, muß ich inzwischen mindestens 1 Stunde fahren...

    Und ich kenne Norwegen recht gut, das ja einen anerkannt hohen Lebensstandard hat, höher als der deutsche. Betrachtet man zusätzlich die LebensQUALITÄT, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Tagelang laufen, ohne auf ein Dorf oder Gehöft zu treffen, keine Luft, die nur aus Abgasen zu bestehen scheint...
    Ich habe wirklich schon drüber nachgedacht, auszuwandern (die Sprache spreche ich) und diesem ganzen Sch*** hier den Rücken zu kehren, aber ich bin nicht mehr der Jüngste und zudem familiär gebunden...

  • Ich lehne jegliche Zuwanderung in die BRD ab. Wir haben hier genug Spezialisten und Firmen. Die Chinesen und Inder sollen bleiben wo sie sind. Unternehmen, denen es hier nicht passt, sollen doch ins Ausland abwandern. Sehen Sie sich doch unsere Landschaft an: Durch Straßen und Siedlungen völlig verwüstet, völlig überbevölkert, 230 Menschen auf einen Quadratkilometer (so ein Wahnsinn). Es ist ein Skandal, dass die angeblich ziviliserte Menschheit nicht begreift, dass das Boot schon mehr als voll ist - insbesondere in der BRD!

  • "Mit 230 Menschen auf den
    Quadratkilometer ist die BRD maßlos überbevölkert, und trotzdem wächst die Bevölkerung durch den Einwanderungsdruck aus dem Rest der Welt auch in der BRD weiter. Die Grenzen müssen hier sofort geschlossen werden."
    ----------------

    Vielleicht sollten sich unsere Politiker mal das durchlesen:
    http://www.auswandern-info.net/kanada/das-punktesystem-fuer-kanada.html

    Wirtschaftsflüchtlinge und Einwanderer in die deutschen Sozialsysteme haben hier nichts verloren...
    Für gut gebildete und FLEISSIGE Menschen, die sich hier eine Existenz aufbauen wollen und/oder die für Deutschland einen Wert haben, muß es dagegen heißen: Herzlich willkommen in Deutschland!

  • Diese ganze Energiewende ist eine einzige Lügerei.
    Da schaut man seelenruhig zu, wie der Regenwald abgeholzt wird, obwohl der doch angeblich so wichtig ist fürs Klima.
    Das Holz wird dann nach Europa verschifft und die kriminelle EU läßt das zu, damit ein paar durchgeknallte Reiche sich aus diesem Holz Gartenmöbel kaufen können.
    Und dann wird dort Mais angebaut, damit die durchgeknallten Europäer sich den in den Tank stopfen.
    Wo waren und sind denn unsere Umweltschützer?
    Und die Grünen? Die sich als Umweltpartei ausgeben?
    Sie sind alle nur erbärmlich Lügner. Denn es geht um viel Geld ihrer beliebten Lobbyisten und denen spuckt man nicht in die Suppe, man will ja u. U. noch einen schönen Job im Aufsichtsrat
    Ich sags ja immer, so lagne wir die nicht alle wergjagen, wird die Zerstörung usnerer Länder immer weitergehen

  • meineMeinung
    Darum auch die staatliche Verpflichtung der Mineralölkonzerne zum E10! Dank der Automobilindustrie! Und die Mineralölkonzerne haben die im Artikel erwähnte Strafe bereits auf die Verkaufspreise umgelegt, zuzüglich einer eigenen Zulage fürs eigene Gewinnsäckchen.
    ---------------------
    Das sit halt die staatsbefohlene Produktiond er DDR-Kanzlerin.
    Genau wie Merkel angeordnet hat, bis zum Jahr 2022 die Zahl X Elektroaustos zu bauen und auch das wird hoch subventioniert, obwohl die Autokonzerne enorme Gewinne einfahren
    In unserem Land stimmt schlicht und ergreifend überhaupt nichts mehr

  • Weitl12
    so lange die Bürger von niemandem wirklich umfassend aufgeklärt werden und zwar ideologiefrei, so lange weiß eber keiner wirklich was und nimmt all den Kram hin. So schön nach dem Motto "wenn die da oben das sagen, wird es stimmen"
    Die Obrigkeits- und Staatshörigkeit der Deutschen ist leider immer noch so enorm, dass jeder Politiker, jeder obskure Verein eben alles machen können.
    Unsere Landwirtschaft wird doch mehr und mehr der der DDR und früheren Sowjetunion ähnlicher. Heute heißt es nur nicht mehr LPG, sondern Konsumgenossenschaften. Das Kind hat nur einen anderen Namen
    Dass der Anbau von Mais für unsere landwirtsch. Kultur schädlich ist und vieles in der Natur zerstört, wissen die wirklichen Fachleute schon lange
    Wir müssen endlich zurück zu unseren Wurzeln. Unsere Landwirte müssen wieder Landwirte sein, die uns, das eigene Volk zu ernähren haben. Wir brauchen weder Weizen aus den USA noch Eier aus Polen oder sonst woher.
    Wir müssen uns endlich wieder mehr auf uns besinnen, sonst gehen wir unter
    Und sich Lebensmittel in den Tank zu stopfen ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten
    Vielleicht suchen wir mal wieder eine Scheibe Brot und vielleicht kommt das schneller als wir denken

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