Streit um Flüchtlingsheim in Freital
Tumulte bei Freitaler Bürgerversammlung

Sie pöbeln und brüllen sich an, reißen sich Mikrofone aus der Hand: Eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl endet in Freital in Tumulten. Seit Wochen liefern sich Asylgegner und -Befürworter heftige Auseinandersetzungen.
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FreitalTumultartige Szenen und heftige Anfeindungen haben eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl im sächsischen Freital überlagert. Die Stadt vor den Toren Dresdens hatte in den vergangenen Wochen mit teils rassistischen Protesten vor einer Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Hotel Schlagzeilen gemacht.

Bei der Versammlung am Montagabend wurden erneut pauschale Vorurteile und Hetze gegen Asylbewerber laut. Versammlungsteilnehmer, die sich für Flüchtlinge einsetzten, wurden von anderen niedergebrüllt.

Die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates und der künftige Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) forderten ein Ende von Fremdenfeindlichkeit und Hass. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), der sich den Fragen der Bürger stellte, zeigte sich von den Störern enttäuscht. Mit denen sei ein Gespräch unmöglich. „Erfolg sieht anders aus, aber wichtig war sie, die Veranstaltung.“ Es sei darum gegangen, Sorgen und Themen der Bürger aufzunehmen.

Gleich zu Beginn der Versammlung gab es heftige Proteste, als der Saal wegen Überfüllung geschlossen wurde. Viele Bürger standen noch vor dem Gebäude und verlangten wütend Einlass. Laut Stadtverwaltung waren 380 Versammlungsteilnehmer zugelassen. Erst als noch einige weitere Bürger eingelassen wurden und zugesagt wurde, eine weitere Versammlung abzuhalten, beruhigte sich die Situation leicht.

Ulbig wurde ausgebuht, als er die Situation bei der Flüchtlingsunterbringung darstellen wollte. Bürger warfen der Politik vor, sie zu belügen. Die Asylbewerber würden den Frieden in dem Wohngebiet stören. „Die verursachen nur Dreck und Müll und schmeißen alles aus dem Fenster“, sagte eine Anwohnerin.

Eine andere gab an, wegen des Lärms nachts ohne Schlaftabletten kein Auge mehr zuzumachen. Geld würde „für Asylbewerber verschwendet“ und fehle beim Kitabau oder für marode Schulen.

Bürger, die sich kritisch mit den Anti-Asyl-Protesten vor dem Heim auseinandersetzen, wurden mit „Halt die Fresse“-Rufen niedergeschrien. Einer Vertreterin der Initiative für Weltoffenheit und Toleranz wurde das Mikrofon weggenommen.

Seit Monaten kommt es in Freital zu Protesten gegen die vom Landkreis genutzte Asylunterkunft in dem früheren Hotel. Als dort vor zwei Wochen eine Erstaufnahmeeinrichtung mit weiteren 280 Plätzen eingerichtet wurde, eskalierte die Lage. Die Anwohner sprachen von einer „Nacht- und Nebelaktion“ der Landesregierung.

Den Asylgegnern stellten sich teils mehr als hundert Gegendemonstranten entgegen. Mehrfach wurden sie von mutmaßlich Rechten angegriffen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit um Flüchtlingsheim in Freital: Tumulte bei Freitaler Bürgerversammlung"

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  • Ungeregelte, ausufernde und vor allem unerwünschte Zuwanderung = Invasion

    Die so gern zitierte "Willkommenskultur" (unsägliche Bezeichnung) lässt sich nicht einfach von oben herab dem deutschen Bundesbürger aufzwingen!

  • Das die Gegendemonstranten keine Freitaler sind, sondern mit Bussen herangekarrt werden, ist ja wohl ein offenes Geheimnis.
    Und die Vertreterin der"Initiative für Weltoffenheit und Toleranz" wohnt auch nicht in Freital.

  • Dieses Geschrei ist doch typisch Deutsch! Was er nicht kennt, das mag er nicht!

    Ich würde sagen Thema verfehlt! Geht doch mal auf die Straße und demonstriert für wichtigere Dinge!

    Die Menschen die aus den Krieggebieten kommen müssen nun hier Angst um ihr Leben haben!!!!

    ABER mir fehlt die Politik an dieser Stelle. Erst wenn das Kind im Brunnen liegt kommen die auf den Trichter sich mal mit den Bürgern zu unterhalten!

    WARUM nicht vorher? WARUM gehen Politker nicht mit gutem Beispiel voran?
    In ihren Wohngegenden könnten doch auch Container aufgestellt werden!
    Das wäre ein gutes Vorbild!!!!

    Wenn das so weiter geht, dann hat Deutschland ein sehr großes Problem!

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