Streit um Forderungsempfehlung
Arbeitgeber warnen IG Metall

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben die IG Metall davor gewarnt, die Wirtschaft mit einer überhöhten Lohnforderung in einen Abwärtssog zu treiben. Hintergrund ist die für heute erwartete Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstandes für die im Oktober startende Tarifrunde.

BERLIN. "Das oberste Credo der Tarifrunde muss sein, in einem schwieriger werdenden Umfeld Beschäftigung in unserer Industrie zu halten", sagte der Chef des Arbeitgeberverbands Metall NRW, Horst-Werner Maier-Hunke dem Handelsblatt. Die gute Beschäftigungsentwicklung der vergangenen Jahre habe die Sozialkassen entlastet und etwa die Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung ermöglicht.

"Wenn die Lohnpolitik jetzt in einen Abschwung hinein überzieht, könnte sich diese Entwicklung sehr leicht mit gleicher Dynamik umkehren", warnte er. Eine Lohnforderung von "sieben Prozent plus" sei vor diesem Hintergrund "eindeutig überzogen". In der Metall- und Elektroindustrie arbeiten derzeit 3,62 Millionen Menschen, das sind 13 Prozent der Beschäftigten in Deutschland und gut 230 000 mehr als vor zwei Jahren.

Der IG-Metall-Vorstand in Frankfurt beschließt heute seine so genannte Forderungsempfehlung für die im Oktober startende Tarifrunde. Mehrere Bezirke der Gewerkschaft haben sich schon auf eine Größenordnung von sieben bis acht Prozent eingestimmt. Der heutige Beschluss ist die erste offizielle Festlegung der IG-Metall-Spitze, formal dient er als Vorlage für die weitere Debatte in den Bezirken, die mit dem endgültigen Forderungsbeschluss am 23. September abgeschlossen wird.

In der Regel legt sich der Vorstand in seiner Empfehlung noch nicht punktgenau auf eine Zahl fest. Interessant wird aber sein, in welche Richtung er den vordefinierten Rahmen von sieben bis acht Prozent einengt. Gemessen am Verlauf der gewerkschaftsinternen Debatte, in der Zahlen von zehn Prozent und mehr fielen, grenzt schon dieser Rahmen den Erwartungshorizont der Metaller ein.

Ebenso klar ist damit aber, dass die IG Metall trotz abkühlender Konjunktur mehr fordern wird als 2007. Damals hatte sie 6,5 Prozent, bezogen auf zwölf Monate, verlangt und eine Erhöhung in Stufen von 4,1 und 2,4 Prozent über eine Laufzeit von 18 Monaten durchgesetzt. Auch die IG Metall bestreitet zwar nicht, dass die Konjunktur schwächer wird. Sie bemüht sich aber, die argumentative Lücke zu schließen, indem sie kräftige Lohnerhöhungen als Rezept für mehr Kaufkraft und eine Stärkung der Binnennachfrage propagiert.

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