Streit um Frauenquote: CDU bringt Abweichler wieder auf Linie

Streit um Frauenquote
CDU bringt Abweichler wieder auf Linie

Die gesetzliche Frauenquote wird am Donnerstag im Bundestag keine Mehrheit finden: Die CDU hat ihre Abweichler wieder auf Linie gebracht. Auch Arbeitsministerin von der Leyen wird sich wohl an den Kompromiss halten.
  • 9

Die CDU hat ihre Abweichler wieder auf Linie gebracht: Mit dem Kompromissvorschlag der Unionsspitze zur Frauenquote ist die Gefahr einer Abstimmungsniederlage der Koalition im Bundestag gebannt. In einer Probeabstimmung in der Fraktionssitzung am Dienstag gab es keine Enthaltung und keine Gegenstimme, hieß es aus Fraktionskreisen.

Der Antrag der Opposition werde keinen Erfolg haben, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt am Dienstag in Berlin. Gemeinsam mit Fraktionschef Volker Kauder hatte sich Hasselfeldt noch am Montag mit den Befürwortern der Frauenquote getroffen, um über die anstehende Abstimmung am Donnerstag zu diskutieren.

Nach dem mehrere Abgeordnete aus CDU und CSU in den vergangenen Tagen erklärten, dass sie am Donnerstag für einen Gesetzesentwurf aus den Oppositionsreihen für die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote stimmen, hatte die Unionsspitze am Montagmorgen ihre Position geändert: Die Union will sich nun für eine gesetzliche Verpflichtung einer Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten ab 2020 einsetzen. Schon im nächsten Jahr soll außerdem die von Familienministerin Kristina Schröder favorisierte Flexi-Quote eingeführt werden, nach der Unternehmer sich selbst zu einer Frauenquote verpflichten sollen.

„Wir werden in Anbetracht der neuen gemeinsamen Position, die ja bis vor wenigen Tagen kaum denkbar gewesen wäre, gegen den Antrag der Opposition stimmen“, sagte der CDU-Abgeordnete und Quoten-Befürworter Marco Wanderwitz Handelsblatt Online. Ihm sei kein Unionsabgeordneter bekannt, der nach dem Kompromiss noch für den Gesetzesantrag aus dem Bundesrat stimmen wollen würde, sagte Wanderwitz. Die Quoten-Befürworter hätten sich am Dienstagnachmittag noch gemeinsam mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen getroffen und über den Kompromiss diskutiert.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hatte sich bisher gegen die sogenannte Flexi-Quote gewährt. Sie pocht seit Jahren auf eine gesetzliche Frauenquote. „Mein Eindruck ist, dass Ursula von der Leyen doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis ist", sagte Marco Wanderwitz Handelsblatt Online. Bisher hat die Arbeitsministerin sich noch nicht öffentlich dazu geäußert, wie sie am Donnerstag abstimmen will. Nach der Einigung im Bundesvorstand der CDU gilt ihr Nein zum Gesetzesvorschlag der Opposition jedoch als sicher.

Seite 1:

CDU bringt Abweichler wieder auf Linie

Seite 2:

Opposition kritisiert „faulen Kompromiss"

Kommentare zu " Streit um Frauenquote: CDU bringt Abweichler wieder auf Linie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Frauenquote Siegeszug des Kulturmarxismus


    Der Engagement für die Frauenquote ist Kulturmarxismus -auch Politische Korrektheit genannt- in Reinstform, wie ihn auch die linken Parteien vertreten: Kein Interesse mehr an der Arbeiterschaft und deren Wohl, keine Kritik am Kapitalismus und einer auf Kapital-Interessen ausgerichtete Politik (Siehe Euro-Rettung).

    Der amerikanische Intellektuelle Laurence Auster hat diese Ideologie und ihr Feindbild- der christliche, europäischstämmige Mann- folgendermaßen beschrieben:

    >>Die Linke, da der Sozialismus nach dem Fall der Sowjetunion diskreditiert ist, aus taktischen Gründen ihre Forderung nach Gleichheit des Resultats im großen und ganzen von der ökonomischen Sphäre zur kulturell-moralischen und zur Unterstützung der „unterdrückten“ kulturellen und ethnischen Gruppen hin verlagert hat. Das Resultat ist der Kultursozialismus, ... und so zu einem kulturellen Doppelmaßstab führt. Dieser kulturelle Doppelmaßstab geht in etwa so: Da „wir“ (z. B. die Weißen, die Westler, die Christen, die Männer, die Konservativen, die Amerikaner, die US-Armee, die Republikaner und die Heterosexuellen) eine angeblich dominante Gruppe in der Gesellschaft darstellen und uns in einer besseren Lage befinden als die „Anderen“ (z. B. die Nicht-Weißen, die Nicht-Westler, die Moslems, die Frauen, die Liberalen, die Einwanderer, die feindlichen Kombattanten, die Demokraten und die Homosexuellen), verletzt unsere bessere Position den Imperativ der Gleichheit<<
    http://schwertasblog.wordpress.com/2010/06/21/wie-man-gegen-die-intoleranz-der-liberalen-angeht/

    Die Linken von heute haben kein (großes) Problem mit sozialer Ungerechtigkeit oder an der Macht der herrschenden Eliten, solange es nur Quoten für Frauen oder sonstige vermeintliche diskriminierte Gruppen gibt.


    Was das Thema Frauenquote betrifft sei auf den folgenden Artikel verwiesen.

    http://sciencefiles.org/2012/07/12/eine-frauenquote-ist-rational-nicht-begrundbar/

  • Wir sind dafür, dass wir dagegen sind!

    Dieses Lehrbeispiel praktizierter Demokratie ist genau der Grund, welcher die Zuschauer verzweifeln lässt, an der nicht enden wollenden Berliner Gruselshow. Ich kenne diese reflexartigen Kontra-Reaktionen noch von meinen Kindertagen aus dem Schadkasten. Alle wollen wir gern eine Sandburg bauen, aber nicht wenn das der Peter vorschlägt. Dann fahren wir lieber Dreirad!

    Meine sehr verehrten Politikerinnen und Politiker, sie stehen unter öffentlicher Beobachtung. Gerade im Wahljahr können sie sich nicht benehmen wie pubertierende Pennäler. Es ist schon beschämend genug, dass erst ein Gesetzesvorstoß aus dem Bundesrat sie zum Handeln zwingt. Frau Bundeskanzler, wenn ihr Polit-Nachwuchs mit der Materie überfordert ist, sollten sie eventuell von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch machen. Viel Zeit bleibt da nicht mehr bis zum Wahltag. Und ob sie danach noch die Möglichkeit haben?

    Liebe Nichtwähler, liebe Protestwähler, ich kann sie voll und ganz verstehen. Wo sind die Politiker geblieben, die mit ihren Visionen für die Zukunft uns, das gemeine Wahlvolk, noch begeistern konnten? Heute hat man den Eindruck, wir werden von Parteistrategen und Buchhaltern der Lobbyisten-Vereinigungen verwaltet. Traurig, sehr traurig.

  • Nein, ganz anders: die FDP fürchtet zu viele Dirndl in den AR und VR, da hätten etliche Kommunikationsprobleme! Das Mittelalter lässt grüßen. Den Parteischranzen müssen die Pöstchen warmgehalten werden. Denn mehr Sitze wird es nicht geben, ergo müssten einige Herren zu Hause bleiben - wo sie nur stören!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%