Streit um Gorleben
Atomendlager-Kompromiss rückt näher

Die Hängepartie um die Standortsuche für ein Endlager könnte bald ein Ende haben. Laut „Spiegel“ haben sich Umweltminister Altmaier, SPD und Grüne weitgehend geeinigt. In der Gorlebenfrage hat die Opposition nachgegeben.
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Berlin/HannoverUnion, SPD und Grüne haben sich nach einem „Spiegel“-Bericht in der Frage des Standortes für ein künftiges Atomendlager weiter angenähert. Umweltminister Peter Altmaier (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hätten sich vor allem mit Blick auf den niedersächsischen Standort Gorleben weitestgehend verständigt, schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe.

Dem Bericht zufolge wird Gorleben nicht - wie von SPD und Grünen in Niedersachsen gefordert - von vornherein bei der Suche nach einem Endlager ausgeschlossen. Stattdessen sollen nun in den kommenden Jahren neben Gorleben weitere Standorte ergebnisoffen untersucht werden. Uneinig sind sich die Politiker weiter in Organisations- und Verfahrensfragen.

Altmaier will bis Ende des Monats eine Einigung in Sachen neue Endlagersuche erreichen. Widerstände gab es dem Vernehmen nach zuletzt vor allem noch bei den Grünen.

Der Komplex Gorleben hatte in der vergangenen Woche im niedersächsischen Landtag erneut für massiven Streit zwischen Regierung und Opposition gesorgt. SPD, Linke und Grüne im Landtag wollen ausschließen, dass der seit mehr als 35 Jahren umstrittene Salzstock im Wendland weiter im Rennen bleibt. Nach Auffassung von Landesumweltminister Stefan Birkner (FDP) liegen jedoch keine Erkenntnisse vor, dass Salz als Wirtsgestein etwa wegen der hohen Temperaturen und Neutronenstrahlung ungeeignet ist.

In der vergangenen Woche wurde zudem bekannt, dass der Hauptbetriebsplan für das Erkundungsbergwerk in Gorleben verlängert werden soll. Atomkraftgegner kritisierten den Antrag auf Verlängerung als eine Fortsetzung des Ausbaus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ GeologieStudent,
    bereits mit ihrem ersten Satz wird der Zustand richtig festgestellt. Alles weitere ist nur Wahlkampf, wenn - dann, also reine Manipulation und Schacherei.
    Was ist eigentlich aus den drei Endlagervorschläge in der Schweiz geworden, die im Granitrücken (geht bis Bayern/Baden-Würtemberg) vorgesehen sind und über die das Volk abstimmen sollte?

  • Als geborener Luechow - Dannenberger mal eine ganz dumme Frage, warum wurde denn bei der ersten Genehmigung von Gorleben so fuerchterlich getrickst, wenn der Salzstock so sicher ist und die Abfaelle ja gar nicht so gefaehrlich sind, zumindest wird das in einigen Zuschriften hier von Experten so gesagt? Ist doch anscheinend auch ein lohnendes Geschaeft, da muesste sich ja jedes Bundesland die Finger nach lecken. Auf die Frage, warum die Verursacher, sprich die Energiekonzerne nicht fuer die Endlagerung sorgen, sondern primaer der Steuerzahler, ist die Antwort ganz einfach, unsere Gesellschaftsordnung schreibt vor, Gewinne zu privatisieren und Kosten zu sozialisieren. Ausserdem sind die Verursacher ueberqualifiziert, sie wollen das perfekte System, was richtig teuer wird, sie haben es ja schon bei der Asse gezeigt, wie qualifiziert sie mit radioaktivem Material umgehen und welche Kosten dabei der Gesellschaft enstehen. Aber, wenn ich die Expertenmeinungen lese, wozu eigentlich ein Endlager, ist doch alles gar nicht so gefaehrlich, Tschernobyl wird wahrscheinlich demnaechst zum Erlebnispark ausgebaut, also den ganzen Muell einfach in die Landschaft stellen, aber dann bitte direkt neben die Kernkraftwerke aus denen der ja so harmlose Muell kommt.

  • ich würde mir auch eine sachliche diskusion zum thema atom wünschen. leider wurden mittlerweile derart viele falsch informationen verbreitet das es nur schwer möglich ist. insbesondere journalisten machen sich hier schuldig. anstelle von fakten werden gerne märchen weitergegeben.

    fukushima ist da ein gutes bsp wie gefahren komplett verzerrt werden. bei uns stand die tage ein artikel zum thema alkoholmissbrauch. 300 tote im letzen jahr in der region nicht mal ereignisse wie in japan haben zu todesfällen geführt oder werden dazu führen.(auf welt war ein entsprechender artikel dazu)
    aber keiner hat mit alkohol ein problem.

    aso interessant wäre beim thema atom mal die menge an radioaktivität die jeder raucher freisetzt bzw einatmet.(die art von strahlung ist gerade in der lunge sehr wirksam)
    jeder starke raucher hätte sich auch eine zeitlang neben das kaputte gebäude in fukoshima setzen können. aber rauchen ist ja kein problem....

    das thema ist schlicht irrational aufgeladen bis zum geht nicht mehr dank der grünen ökoreligion....

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