Streit um Klimaabgabe
IG BCE-Chef Vassiliadis macht Gabriel Druck

Das Ringen um die Klimaabgabe geht weiter: IG BCE-Chef Vassiliadis erhöht den Druck auf Sigmar Gabriel. Wirtschaftsprüfer sollen nun für Klarheit sorgen – und für ein Umdenken beim Wirtschaftsminister.
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BerlinIm Streit um die von Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagene Klimaabgabe, die alte Kohlemeiler zum Abschalten zwingen soll, erhöht IG BCE-Chef Michael Vassiliadis den Druck auf den Wirtschaftsminister. Nachdem ein Gutachten der Investmentbank Lazard im Auftrag der Gewerkschaft Gabriel nicht überzeugen konnte, von seinem Vorhaben abzurücken, sollen jetzt die Wirtschaftsprüfer der betroffenen Unternehmen diese Zahlen bekräftigen.

„Lazard konnte natürlich nicht im Detail in die Bücher schauen", sagte Vassiliadis der Donnerstagsausgabe des Handelsblatt. "Das sollen jetzt die Wirtschaftsprüfer der betroffenen Unternehmen machen. Ich bin sicher: auch diese Prüfungen werden zeigen, dass die Kohleabgabe, so wie sie derzeit geplant ist, zu einer flächendeckenden Stilllegung von Kohlekraftwerken und damit zu einem Dominoeffekt und einem Strukturbruch vor allem in den Kohlerevieren führen würde. Dann müssen Herr Gabriel - und im Übrigen auch die Bundeskanzlerin - zu ihrem Wort stehen und den Vorschlag des Klimabeitrags zurücknehmen." Die Berechnungen sollen laut Vassiliadis noch in dieser Woche abgeschlossen werden.

Am Samstag wollen 10.000 IG BCE- und Verdi-Mitglieder gegen die geplante Klimaabgabe in Berlin demonstrieren. Die Gewerkschaften befürchten einen Dominoeffekt, der auch die Tagebauten treffen und zum Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen führen würde.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Streit um Klimaabgabe: IG BCE-Chef Vassiliadis macht Gabriel Druck"

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  • Die Gewerkschaften werden am Samstag den 25.04.2015 in Berlin gegen die Pläne Gabriels demonstrieren.
    Es werden zwischen 15.000 und 20.000 Menschen erwartet.
    In der Presse ist nichts davon zu lesen.
    Schon komisch oder?

  • Herr Vogels, 100% Zustimmung für Ihren Kommentar.
    Ich unterstelle mal, dass jeder der Beteiligten der die Zusammenhänge kennt und noch bis drei zählen kann, zu dem Schluss kommt, den Sie in Ihrem letzten Satz beschreiben.

    Bleibt also nur noch die Frage nach den Gründen, warum man denn wider besseres Wissens diese Selbstdemontage eines der führenden Industrieländer ohne Rücksicht auf Verluste konsequent (neudeutsch alternativlos) weiterbetreibt.

  • Lange, viel zu lange haben die Gewerkschaften zur regierungsamtlichen Lust an der Zerstörung, die unter der Fahne "Energiewende" segelt, geschwiegen.

    Als die Kanzlerin in ihrem blindwütigen Vandalismus "nur" die zuverlässigen, sicheren und preiswerten deutschen Kernkraftwerke für die Abrißbirne freigegeben hat, haben sie sich vornehm zurückgehalten, obwohl dadurch Tausende von Arbeitsplätzen ihrer Gewerkschaftsmitglieder plattgemacht wurden und noch werden.

    Ob die Gewerkschaften jetzt endlich, wo auch dem letzten klargeworden sein muß, daß die Energiewende ein Werk der Selbstzerstörung ist, aufwachen und anfangen, sich zu wehren?

    Noch einmal zum Grundsätzlichen:

    Die Stromversorgung auf der Basis von Zufallskraftwerken wie Windmühlen und Solarzellen kann und wird nicht funktionieren. Das lässt sich ganz einfach aus den folgenden Sätzen herleiten:

    1. Im Stromnetz müssen Angebot und Nachfrage zu jedem Zeitpunkt im Gleichgewicht sein. Wenn die Nachfrage zu groß ist und deshalb die Netzfrequenz unter einen bestimmten Schwellenwert sinkt, bricht das Netz zusammen. Ähnliches gilt, wenn die Nachfrage zu gering ist und die Frequenz steigt.

    2. Strom läßt sich nicht in industriellen Größenordnungen zu bezahlbaren Kosten speichern. Es wird daher keine Stromspeicher als Kurz- oder Langzeitpuffer geben.

    3. Die Stromnachfrage ist nicht gleichmäßig, sondern richtet sich nach dem Tagesrhythmus und dem Jahreszeitenrhythmus. Beides können wir nicht beeinflussen.

    Daraus folgt, daß die Stromproduktion flexibel auf die Nachfrageschwankungen reagieren muß und nicht umgekehrt. Dazu sind Zufallskraftwerke prinzipiell nicht in der Lage. Sie sind reine Geldverschwendung.

    Die Energiewende ist die größte Selbstzerstörungsaktion, die je ein Industrieland unternommen hat.

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