Streit um Mindestlohn
Empörung über „Weihnachtsgeschenk“ für Zumwinkel

Politiker der Opposition haben Post-Chef Klaus Zumwinkel scharf für dessen jüngste Aktien-Geschäfte angegriffen. Es sei „moralisch verwerflich“ die Mindestlohn-Entscheidung für den privaten Gewinn zu nutzen. Indes reißt die Debatte um den Post-Mindestlohn nicht ab – und die SPD lässt von den Massenentlassungen beim Postdienstleister Pin AG nicht beirren.

HB BERLIN. „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, sagte SPD-Vize Andrea Nahles in der „Frankfurter Rundschau“. Es bleibe dabei, dass Dumpinglöhne „nicht akzeptabel“ seien. Sie gehe davon aus, dass auch mit einem Postmindestlohn das Arbeitsvolumen in der Branche insgesamt nicht kleiner werde. „Es werden deswegen nicht weniger Weihnachtsbriefe geschrieben“, erklärte Nahles, die auch arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Partei ist.

Die Pin Group hatte kurz nach der Einigung der Koalition auf die Einführung von Mindestlöhnen für Briefträger die Entlassung von mehr als 1000 Mitarbeitern angekündigt. Mit der Entlassungswelle erhöht die seit langem mit hohen Verlusten kämpfende Tochter des Verlagskonzerns Axel Springer den Druck auf die Regierung vor den abschließenden Beratungen über den Mindestlohn. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte im Fernsehsender N24, sie wolle die Entwicklung im Auge behalten.

Unterdessen haben Politiker von FDP und Grünen den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, scharf für dessen jüngste Aktien-Geschäfte kritisiert. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. „Dieses Monopoly-Spiel passt nicht zu unserer sozialen Marktwirtschaft. Schwarz-Rot hat Herrn Zumwinkel durch den Post-Mindestlohn ein großes Weihnachtsgeschenk beschert“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle.

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen Christine Scheel sagte: „Es ist moralisch verwerflich, wenn der Post- Chef die Mindestlohn-Entscheidung in dieser Art und Weise in privaten Gewinn ummünzt. Anscheinend bekommt Herr Zumwinkel den Hals nicht voll.“

Zumwinkel hatte mit Datum von Montag 200 640 Aktien-Optionen des eigenen Unternehmens an der Börse verkauft und dafür insgesamt rund 4,73 Mill. Euro eingenommen. Der Wert der Aktien war nach der Entscheidung für den Post-Mindestlohn gestiegen.

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