Streit um Mitbestimmung als mögliche Korruptionssache
Wirtschaftsrechtler Baums erzürnt Gewerkschaften

Der Wirtschaftsrechtler Theodor Baums hat mit seiner Kritik an der deutschen Mitbestimmung heftige Empörung bei den Gewerkschaften ausgelöst. Dietmar Hexel, für Mitbestimmung zuständiges Mitglied im DGB-Vorstand wertete Baums’ These als „groben Unfug“.

dc HB BERLIN. Der Wirtschaftsrechtler Theodor Baums hat mit seiner Kritik an der deutschen Mitbestimmung heftige Empörung bei den Gewerkschaften ausgelöst. „Damit disqualifiziert sich Herr Baums für eine weitere Mitarbeit in Expertenkommissionen zu diesem Thema“, sagte der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, dem Handelsblatt. „Ich sehe nicht, wie er mit seinen Thesen die Gewerkschaften bei künftigen Reformvorschlägen noch mit ins Boot nehmen will.“ Dietmar Hexel, für Mitbestimmung zuständiges Mitglied im DGB-Vorstand wertete Baums’ These als „groben Unfug“.

Beide reagierten damit auf Aussagen des Frankfurter Corporate-Governance-Experten, es gebe einen Zusammenhang zwischen Fällen von Vetternwirtschaft in den Unternehmen und einer paritätischen Besetzung der Aufsichtsräte mit Arbeitnehmer- und Kapitalvertretern. Baums hatte dies in einem Handelsblatt-Interview insbesondere auf die nötige Zweidrittelmehrheit bei der Wahl des Vorstands bezogen. „Das heißt, dass die Karriere des Vorstands vom Wohlwollen der Gewerkschafts- und Betriebsratsmitglieder abhängig ist“, so der Professor (Handelsblatt vom 1.8.).

Schmoldt wertete diese Diagnose zugleich als Attacke gegen die Unternehmensvorstände: „Wenn das zutreffen würde, dann müssten sich unsere Manager schließlich durchweg als Kompromisskandidaten sehen, die sich nicht etwa durch Qualifikation, sondern vor allem durch das Wohlwollen der Gewerkschaften auszeichnen.“ Er wundere sich, dass die Manager darauf offenbar so gelassen reagierten.

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