Streit um Renteneintritt
Bessere Bedingungen für Ältere im Job

Erst seit Sommer ist die abschlagsfreie Rente ab 63 Gesetz, da geht es schon um Rentenübergänge ab 60. Soll die Politik Älteren im Job weiter entgegenkommen? Union und SPD sind mit großen Forderungen konfrontiert.
  • 5

BerlinUnmittelbar vor Koalitionsberatungen über flexiblere Übergänge in die Rente pochen Opposition und Gewerkschaften auf Erleichterungen für ältere Arbeitnehmer. Belastungen für Beschäftigte um die 60 müssten verringert, Abschläge bei Frührentnern abgemildert werden, sagten Experten der Linken, der Grünen und des Deutschen Gewerkschaftsbundes der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. In interner Sitzung nimmt eine Arbeitsgruppe der Koalition an diesem Dienstag in Berlin ihre Debatte über einen flexibleren Renteneintritt wieder auf.

„Bauarbeiter werden von den Arbeitgebern im Durchschnitt mit 58 Jahren aussortiert, Bäcker scheiden mit 60 aus und Krankenpfleger mit 61“, sagte Annelie Buntenbach vom DGB-Vorstand.

Der Grünen-Rentenexperte Markus Kurth warf Union und SPD vor, auf politische Geländegewinne aus zu sein statt auf eine Lösung von Problemen älterer Beschäftigter. Dabei müsse die Rente mit 67 gerade für jene vernünftig gestaltet werden, die nicht bis 67 im Beruf Vollgas geben könnten. „Es deutet sich bereits an: Die Koalitionsfraktionen werden sich bloß auf Detailänderungen bei den Hinzuverdienstgrenzen verständigen und den Teilrentenbezug einige Monate früher als bisher möglich machen“, sagte Kurth.

Bisher nutzen die für mindestens 63-Jährige bestehende Möglichkeit der Teilrente laut gewerkschaftsnaher Hans-Böckler-Stiftung nur gut 1000 Beschäftigte pro Jahr. Sie arbeiten also weniger, gehen früher, aber mit Abschlag in Rente. Kurth sagte: „Wenn die Teilrente aber kein Ladenhüter bleiben soll, brauchen wir wirkliche Verbesserungen, zum Beispiel die Möglichkeit, sie ab 60 zu beziehen.“ Bei Geringverdienern müssten Rentenabschläge ausgeglichen werden können.

Seite 1:

Bessere Bedingungen für Ältere im Job

Seite 2:

Geringe Arbeitszeit und längere Pausen

Kommentare zu " Streit um Renteneintritt: Bessere Bedingungen für Ältere im Job"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der ewige politische murks und die Willkür in den Bereichen Rente und Gesundheit !

    Wir brauchen seit mehr als 30 Jahren endlich eine qualifizierte und nachhaltige REFORM in Rente/Gesundheit !

    Hier können sich die jungen Arbeitnehmer kundig machen, wie mit IHRER Lebensleistung umgegangen wird.
    Durch die Verlotterung am Arbeitsmarkt erkenne ich nicht, wie diese jungen AN 45 Jahre durchweg arbeiten können.

    Dies gleicht einer Rentenkürzung !

    Kurzum: WIR, die jetzigen und zukünftigen Rentenbezieher werden auf Kosten anderer noch verars..t !!! Armselige "Politik" !


  • Vermittlungsgutscheine werden auch nicht gegeben, da man ja nicht Hartz IV erhält. Bewerbungskosten? Werden nicht gezahlt, da man dies vorher beantragen muss!!!

  • Frührente? was soll das? Leute ab 40 werden nicht mehr eingestellt. Ich als Fachkraft, überqualifiziert, wurde über 10 Jahre vom Arbeitsamt, Abeitsagentur, Jobcenter nicht vermittelt, da die Mitarbeiter nicht gewillt waren, mich zu vermitteln ( Speditionskaufmann). Sie brachten mich nur wiederwillig in Kursen unter, damit ich lerne einen Lebenslauf zu schreiben. Dieser wurde sogar noch falsch gelernt, lt. Konzernen. Man wollte mich schon mit 55 in die Rente schicken!!!!!! Das ich Hartz IV nicht erhielt, versteht sich. Ich war ja verheiratet mit einer Deutschen, die am unteren entlohnt wurde!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%