Streit um Reparationen: Berlin sendet Kompromiss-Signal an Athen

Streit um Reparationen
Berlin sendet Kompromiss-Signal an Athen

In den Streit um Reparationsforderungen aus Griechenland kommt Bewegung. Die Bundesregierung bleibt zwar bei ihrem Nein zu Entschädigungsleistungen, ist aber offen für finanzielle Unterstützung auf anderer Ebene.
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BerlinIm Streit mit Griechenland um Entschädigungsleistungen für NS-Unrecht geht die Bundesregierung auf die Regierung in Athen zu. Der Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, zeigte sich offen für einen Vorstoß aus der CDU, den seit 2014 existierenden deutsch-griechischen Zukunftsfonds zum zivilgesellschaftlichen Austausch und Dialog verstärkt finanziell zu unterstützen.

„Einer bedarfsgerechten Anpassung stehe ich offen gegenüber, wenn unser Angebot weiterhin auf ausreichendes Interesse auf griechischer Seite stößt“, sagte der SPD-Politiker dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Auch mit dem deutsch-griechischen Jugendwerk, für dessen Einrichtung sich die SPD in den Koalitionsverhandlungen stark gemacht hat, wollen wir zur besseren Verständigung zwischen unseren Ländern beitragen.“

Zuvor hatte der Obmann der Unions-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter, eine Stärkung des Fonds in Aussicht gestellt. Juristisch betrachtet seien die Reparationsforderungen für ihn zwar seit den deutschen Reparationszahlungen 1960 und der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags, den Griechenland ohne Einsprüche in der Pariser Erklärung aus dem Jahr 1990 anerkannt habe, abgeschlossen.

„Dennoch könnten wir in geschichtspolitischen Debatten hinterfragen, ob wir den seit 2014 existierenden deutsch-griechischen Zukunftsfonds zum zivilgesellschaftlichen Austausch und Dialog verstärkt finanziell unterstützen sollten“, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Wie Roth sagte, schafft der Zukunftsfonds zusätzliche Möglichkeiten, „die schmerzlichen Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten“. Zivilgesellschaftlicher Dialog und Austausch förderten gegenseitiges Verständnis und Aussöhnung.

„Das wollen wir unterstützen und haben den Zukunftsfonds hierfür mit einer Million Euro jährlich ausgestattet.“  Gefördert werden nach Angaben von Roth einerseits wissenschaftliche Projekte zur Aufarbeitung, aber auch Projekte für die Opfergemeinden in Griechenland. Die ersten Projekte liefen seit 2014 erfolgreich, sagte der SPD-Politiker und fügte hinzu: „Dieses Angebot an unsere griechischen Partner wollen wir selbstverständlich fortführen.“

Sein Bedauern äußerte Roth darüber, dass in der derzeitigen Debatte um Entschädigungsleistungen für NS-Unrecht „Zusammenhänge konstruiert werden zwischen furchtbaren deutschen Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges und der aktuellen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage in Griechenland. Das sollten wir unbedingt vermeiden.“

Auch wenn zwischen Berlin und Athen unterschiedliche Rechtsauffassungen zum Thema Reparationen bestünden, stehe völlig außer Frage, dass das deutsche Besatzungsregime schreckliche Gräueltaten in Griechenland begangen habe, betonte Roth. „Hierfür trägt Deutschland eine historische und moralische Verantwortung.“

Das Anliegen Deutschlands sei es, so Roth weiter, einen Beitrag zur weiteren historischen Aufarbeitung und zur Würdigung der Opfer jener schrecklichen Ereignisse zu leisten. „Es geht auch darum, die Erinnerung an das Leid der Menschen in Griechenland, das niemals in Vergessenheit geraten darf, an künftige Generationen weiterzugeben“, sagte der SPD-Politiker. „Dazu wollen wir auch junge Menschen aus Deutschland und Griechenland zusammenzubringen, um Schritt für Schritt eine gemeinsame Erinnerungskultur zu schaffen.“ Hier gebe es noch viel zu tun.

Kommentare zu " Streit um Reparationen: Berlin sendet Kompromiss-Signal an Athen"

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  • Also meine Großeltern haben gesagt das war die schönste Zeit, die sie je gehabt haben.

    Wieso werde ich nicht entschädigt für diese Lügenmärchen ?

  • Ja, - verscherbelt und verramscht unser schönes Steuergeld weiter an Dritte, anstatt das Geld im Lande zu investieren, wie es sich gehört.

    Zum Kotzen !

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Toepper
    ich lach mich tot......

    http://www.wiwo.de/politik/europa/transferunion-deutschland-zahlt-immer-mehr-geld-fuer-europa/7858660.html

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