Streit um Staatshilfen
Opel: zu Guttenberg in heikler Mission

Erst zu den Banken, dann zum GM-Chef und schließlich ein Termin bei US-Finanzminister Geithner: Wirtschaftsminister zu Guttenberg ist in den USA eingetroffen, um nach Möglichkeiten zur Rettung von Opel zu suchen. Derweil gibt es offenbar doch Hoffnung, dass sich ein privater Investor für den angeschlagenen Autobauer findet.

FRANKFURT/NEW YORK. Nach Angaben aus Regierungskreisen gibt es einige interessierte Investoren für Opel. Man spreche bereits mit potenziellen Interessenten, hieß es am Sonntag. Diese würden allerdings zur Zeit dadurch abgeschreckt, dass der ums Überleben kämpfende amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) noch kein tragfähiges langfristiges Unternehmenskonzept vorlegt habe.

Die Bundesregierung dringt derweil bei den anstehenden Treffen mit Spitzenvertretern der US-Regierung und GM auf klare Zusagen vonseiten der Amerikaner. Nach einem EU-Krisentreffen in Brüssel Ende vergangener Woche wird Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bereits am Montagabend in Washington mit GM-Boss Rick Wagoner sowie dessen Vize Fritz Henderson zusammentreffen.

Hauptthemen werden die Herauslösung von Opel aus dem Konzernverbund, die Rechte an Patenten und Lizenzen sowie die Frage sein, wie verhindert werden kann, dass mögliche staatliche Hilfen aus Europa nach Detroit abfließen. Am Dienstag berät zu Guttenberg die Situation mit dem neuen US-Finanzminister Timothy Geithner und dem Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama, Larry Summers.

Im Streit um Staatshilfen kommt damit dem krisengeschüttelten Mutterkonzern und den Entscheidungen der US-Regierung eine Schlüsselrolle zu. Denn ohne Klarheit über die Zukunft des insolvenzgefährdeten Mutterkonzerns und ohne Zusagen der US-Regierung steht jeder Rettungsplan für Opel in Europa auf äußerst wackeligen Füßen.

Es seien in den USA nicht nur Patente, sondern auch Tochterunternehmen verpfändet worden, die aber im Zuge der Neustrukturierung des europäischen Geschäfts künftig unter dem Dach von Opel landen sollten, hatte GM-Europa-Boss Carl-Peter Forster kürzlich eingeräumt. Eine Lösung für Opel müsse deshalb von der amerikanischen Regierung genehmigt werden. Erst Ende März befinden die USA über weitere Hilfen für GM.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Hilfen bereits vom weiteren Schicksal von GM abhängig gemacht. Bevor die Regierung entscheide, müsse sie wichtige Weichenstellungen in den USA kennen. Nach Angaben von Opel sind Anfang 2005 alle Rechte an Technologien im GM-Konzern in der Technologietochter GTO gebündelt worden. Opel hat für seine Patente im Gegenzug über eine Mrd. Euro erhalten. GM ist aber offensichtlich bereit, geistiges Eigentum Opel und damit auch einem etwaigen neuen Eigentümer zur Verfügung zu stellen.

Seite 1:

Opel: zu Guttenberg in heikler Mission

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%