Streit um Stromtrassen
Sigmar Gabriel macht Zugeständnisse

In Bayern wurde in den vergangenen Monaten viel über die Nord-Süd-Stromleitungen diskutiert. Wirtschaft und Netzbetreiber pochen auf rasche Planungssicherheit in der Frage. Nun gibt es einen neuen Kompromissvorschlag.
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BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat laut einem Bericht Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) einen Kompromissvorschlag im Stromtrassen-Streit unterbreitet. Demnach könnte die besonders umstrittene Ost-Süd-Leitung von Sachsen-Anhalt nach Bayern entlang bestehender Wechselstromleitungen verlegt werden, berichtet der „Spiegel“. Die Masten würden sich kaum unterscheiden. Wo bisher keine Leitung existiere, könne man die Verlegung von - teureren - Erdkabeln in Betracht ziehen.

Gabriel selbst zeigte sich am Freitag grundsätzlich kompromissbereit. „Wir werden über jede Trassenführung reden können. Nur über eine nicht: Über gar keine Stromtrasse“, sagte er bei einem Auftritt in Nürnberg. Die Menschen glauben zu machen, niedrige Strompreise, ein Verzicht auf Stromtrassen und der Ausstieg aus der Atomenergie seien gleichzeitig möglich, halte er für unredlich. Deswegen müsse man gemeinsam mit den Betroffenen über den künftigen Verlauf der Trassen reden. Dabei müsse auch die Frage erörtert werden, „wo legen wir sie unter die Erde, wo führen wir sie über bestehende Hochspannungsleitungen“, sagte Gabriel.

Nach dpa-Informationen hatte es schon vor längerem ein gemeinsames Spitzengespräch gegeben, um eine Lösung zu erörtern. Wirtschaft und Netzbetreiber pochen auf rasche Planungssicherheit. Seehofer sieht auch die zweite geplante „Stromautobahn“ nach Bayern - den sogenannten Suedlink - kritisch, obwohl er sie wie die Ost-Süd-Trasse 2013 im Bundesrat gebilligt hat.

Um den Bedarf an weiteren Höchstspannungsleitungen zu mindern, die Windstrom nach Bayern transportieren, könne das defizitäre Eon-Gaskraftwerk in Irsching auch in den kommenden Jahren weiterhin von den deutschen Stromkunden subventioniert werden, hieß es in dem Magazinbericht. Eigentlich sollte eine Übergangslösung 2016 enden. Dank millionenschwerer Zuwendungen wird es in Bereitschaft gehalten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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