Streitpunkt Energiepreis: Grabenkrieg im BDI

Streitpunkt Energiepreis
Grabenkrieg im BDI

Im BDI tobt ein Grabenkrieg um die Energiepreise. Präsident Jürgen Thumann muss bis zum Energiegipfel im Frühjahr zwischen den Streitparteien vermitteln – keine leichte Aufgabe.

BERLIN. Klaus Rauscher hat es am eigenen Leib erfahren: Die großen Stromverbraucher sind nicht gut auf seine Branche zu sprechen. Der Chef von Vattenfall Europe musste sich auf der Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft bissige Bemerkungen der großen Stromkunden gefallen lassen. Die überaus kritischen Nachfragen zur Preispolitik der Energiekonzerne belegen, dass die Situation zwischen den Stromanbietern und ihren Kunden angespannt ist.

Daran will BDI-Präsident Jürgen Thumann etwas ändern. Bis zum Energiegipfel, zu dem Kanzlerin Angela Merkel im Frühjahr einlädt, sollen die Mitgliedsverbände eine einheitliche Linie in der Energiepolitik finden. Noch liegen die Positionen weit auseinander. Die 36 BDI-Mitgliedsverbände stehen für das ganze Spektrum der Interessen. Besonders engagiert zanken sich Energiekonzerne und Großverbraucher. Im vergangenen Jahr waren die Streitereien eskaliert, als der damalige Vorsitzende des BDI-Energieausschusses, Werner Marnette, sein Amt niederlegte. Marnette, ein Mann deutlicher Worte, im Hauptberuf Vorstandschef der Norddeutschen Affinerie, hatte erklärt, die großen Stromkonzerne hätten den Markt in „Besatzungszonen“ aufgeteilt. Wettbewerb finde nicht statt.

Die Gegenseite wollte im BDI-Energieausschuss nicht mehr mit Marnette verhandeln. Traditionell sitzen sich in dem Ausschuss Stromverbraucher und Stromerzeuger gegenüber. Marnette gab auf, der Sessel des Ausschussvorsitzenden blieb wochenlang verwaist.

Jürgen Thumann will nun Brücken bauen. Man werde „im Vorfeld des Gipfels mit allen Seiten sprechen“, sagte er dem Handelsblatt. Alle Argumente müssten „sachlich und nüchtern“ bewertet werden.

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