Streitpunkte bei Merkel-Besuch: Atomkraft, Schulden und Japans Kriegsverantwortung

Streitpunkte bei Merkel-Besuch
Atomkraft, Schulden und Japans Kriegsverantwortung

Deutschland und Japan stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Bei ihrem ersten Japan-Besuch seit sieben Jahren wird Merkel daher viel über wirtschaftliche Kooperation reden. Aber in der Energie- und Schuldenpolitik wie der Vergangenheitsbewältigung gibt Deutschland andere Antworten. Und Merkel wird dies zeigen.
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TokioJapans Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich für seine Besucherin aus Deutschland etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Er nimmt sich viel Zeit für Angela Merkel bei ihrem ersten Japan-Besuch seit 2008. Einen halben Tag, um genau zu sein. „Der Ministerpräsident freut sich schon sehr auf die Gespräche“, sagt ein japanischer Diplomat.

Gleich nach ihrer Audienz beim Kaiser wird der Regierungschef die Kanzlerin kurz vor 16 Uhr persönlich durch das Nezu-Museum und dessen klassischen Garten im Herzen Tokios führen. Danach geht es weiter zu seinem Amtssitz, wo er Merkel mit militärischen Ehren begrüßen wird. Dann folgen diverse Gesprächsrunden mit Wirtschaftsvertretern, eine Pressekonferenz und ein gemeinsames Abendessen in kleiner Runde.

Es ist fast, als wollte Abe das meiste aus dem Kurzbesuch der Kanzlerin in Japan herausholen. Kaum anderthalb Tage, von sieben Uhr morgens am Montag bis kurz nach Mittag am Dienstag wird sie in Tokio weilen. Nicht einmal für eine Reise nach Fukushima hat es gereicht. Dabei jährt sich die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan am Mittwoch zum vierten Mal. Die Grünen kritisieren dies bereits als Versäumnis. Dies sei ein falsches Signal, sagte der Fraktionschef der Grünen Anton Hofreiter.

Warum Merkel Japan mied

Doch der Kanzlerin war es anscheinend wichtig, trotz Krisen und Terminnot nach Japan zu jetten. Beide Seiten betonen, dass es sich um eine alleinstehende Reise handele. Beim letzten bilateralen Gipfel im Jahr 2007 war Merkel zuerst nach China geflogen. Und beim letzten Japan-Besuch im Jahr 2008 handelte es sich um einen G8-Gipfel. Seither machte sie einen Bogen um den ostasiatischen Wirtschaftsriesen.

Ein Grund für die Besuchspause mag gewesen sein, dass Deutschland und Japan zwar seit Jahrzehnten bei vielen Punkten der globalen Tagesordnung eng zusammenarbeiten, aber es weder riesige Wachstumspotenziale für die Wirtschaft noch Reibungspunkte für die Außenpolitiker gab. Außerdem war in jener Epoche kaum ein japanischer Ministerpräsident länger als ein Jahr im Amt, Gespräche daher verschwendete Zeit.

Kommentare zu " Streitpunkte bei Merkel-Besuch: Atomkraft, Schulden und Japans Kriegsverantwortung"

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  • @ Günther Schemutat „Wäre Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg nicht so gedemütigt worden wie die Alleierten es bis heute mit allen Staaten machen die nicht so wollen wie sie,. hätte es den zweiten Weltkrieg nicht gegeben.“

    Ein wichtiger Teilaspekt, der zwischen 1919 und 1939 von Seiten der „Assoziierten Mächte“ nicht genutzt wurde, um dieses Friedensdiktat zu revidieren, das letztendlich eine Mitursache für den Zweiten Weltkrieg darstellt. Sie hatten mit „München“ einen guten Anfang gemacht, leider nicht, um die begangenen Fehler zu korrigieren, sondern um sich Zeit für die Vollendung der eigenen Rüstung zu verschaffen. Die 1936 in Auftrag gegebene strategische Luftflotte war noch nicht einsatzbereit.
    Georges Bonnet, der ehemalige französische Außenminister, bestätigte im Jahre 1961 in einem Leserbrief an die „New York Times“, daß England und Frankreich 1938 das Münchener Abkommen mit der deutschen Regierung nur abgeschlossen hätten, um für die Aufrüstung gegen das Reich und den Abschluß antideutscher internationaler Verträge Zeit zu gewinnen.
    Z: Wahrheit für Deutschland, Valendy S.94 , 95 Q: Informationen aus Politik und Wirtschaft, Düsseldorf 8.12.1961
    Wie er diese antideutschen Verträge schafft, erklärt er in seinen o.a. Erinnerungen.

  • Mit den erlittenen Atombombenabwürfen über Japan hat das Japanische Volk seine Schulden bezahlt und der Menschheit dadurch gezeigt, dass ein Atomkrieg die Menschen vom Planeten auslöschen würde. Dieses Zeugnis mussten die Japaner unter großem Leid ablegen und das war es dann auch.

    Wäre Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg nicht so gedemütigt worden wie die Alleierten es bis heute mit allen Staaten machen die nicht so wollen wie sie,. hätte es den zweiten Weltkrieg nicht gegeben.

    Aber die Japaner sind eine einheitlich stolze Nation ,die sich von einer Kanzlerin der Staatsbürger-Nationen nichts sagen lassen muss. Merkel spricht immerhin für 180 Nationen die sich in Deutschland aufhalten und auch noch als neuer Islamstaat. Egal was sie sagt: Es wird nie richtig sein.

    Dazu braucht es eine Eierlegendewollmilchsau als Kanzler.

  • @ Rudolf Bayerl „Den bewaffeten Überfall des DR gegen Polen als Grensretigkeit zu bezeichnen ist blanker Hohn...“ Wenn Sie Ihr „Schulbuchgeschichtswissen“ als Grundlage nehmen, haben Sie recht. Da wird Ihnen auf Geheiß der „Sieger“ auch sehr viel vorenthalten. Was passierte zwischen 1919, der Wegnahme des Korridor und Posen/Westpreußens, dort mit den Deutschen, wissen Sie es? Die polnische Regierung befahl, gestützt auf die „Garantieerklärung Englands und Frankreichs im April 1939, die Teilmobilisierung ihrer Armee im Juli 1939, am 31. 8. 1939 23:00 Uhr wurde deren Generalmobilmachung befohlen. Nach dem Völkerrecht der casus belli. Eine vollmobilisierte Armee kann nicht überfallen werden, sie stand bereit dies selbst zu tun. Hierzu gibt es ausreichend Literatur. Was Roosevelt betrifft, so ist das Buch „Sie sagten Frieden und meinten Krieg: Die US-Präsidenten Lincoln, Wilson und Roosevelt“ des Amerikaners John V Denson sehr zu empfehlen, ebenso von Georges Bonnet „Vor der Katastrophe, Erinnerungen des französischen Außenministers 1938/39“. Als französischer Botschafter in den USA 1937, bespricht er, nach eigener Aussage, bei jedem Treffen mit Roosevelt „den künftig gegen Deutschland zu führenden Krieg“. Warum nur? Ein weiteres, Ihren Geschichtshorizont zu verbreiterndes Buch, ist „Die geplante Vernichtung: Der Weg zur Weltherrschaft“ von Christine Kluge. Sehen Sie gelegentlich über die breiten Ränder Ihrer Hornbrille.

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