Strenge Auflagen
Kohlekraftwerk Moorburg genehmigt

Die Hamburger Umweltbehörde hat das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg genehmigt. Allerdings muss der Betreiber Vattenfall strenge Auflagen erfüllen. Der Kraftwerksbau gilt als Zerreißprobe für die erste schwarz-grüne Landesregierung in Deutschland.

HAMBURG. Das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg darf gebaut werden. Die Umweltbehörde der Hansestadt genehmigte den Antrag des Energieversorgers Vattenfall mit Auflagen, teilte die Senatorin Anja Hajduk (GAL) am Dienstag in der Hansestadt mit.

Die für den Betrieb erforderliche wasserrechtliche Erlaubnis wurde allerdings teilweise versagt: Zum Schutz der Elbe wird das Kraftwerk voraussichtlich im Durchschnitt an 250 Tagen im Jahr mit gedrosselter Leistung betrieben werden müssen. Moorburg gilt als Zerreißprobe für die erste schwarz-grüne Landesregierung in Deutschland.

Nach Einschätzung der Umweltbehörde ist der Bau des Kraftwerkes aus rechtlichen Gründen nicht zu versagen. Aus ökologischen Gründen seien aber beim Betrieb erhebliche Einschränkungen nötig, so dass die wasserrechtliche Erlaubnis teilweise abgelehnt worden sei.

Insbesondere die von Vattenfall beantragte Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe greife erheblich in das Ökosystem ein; dies habe die Behörde „wasserrechtlich zum Schutz des Flusses mit größter Sorgfalt zu bewerten“, sagte die Grünen-Politikerin Hajduk.

Vattenfall hatte die Entnahme von 64,4 Kubikmetern Wasser in der Sekunde aus der Elbe für das Kohlekraftwerk Moorburg im Sommerbetrieb beantragt. Bisher werden aus der Süderelbe nur 8,5 Kubikmeter Wasser in der Sekunde für die industrielle Nutzung dem Fluss entnommen.

Vattenfall muss die Leistung des Kraftwerkes herunterfahren, wenn die Süderelbe zu wenig Wasser führt oder der Sauerstoffgehalt oder die Temperatur des Elbwassers bestimmte Werte unter- beziehungsweise überschreiten. Nach Angaben des Ministeriums kann Moorburg unter Berechnung von Erfahrungswerten der vergangenen Jahre nur mit zwei Dritteln der beantragten Leistung laufen. Im Sommer könnte der Betrieb sogar mehrere Tage lang ganz eingestellt werden.

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