Stresstest-Simulation
Wenn Flugzeuge auf AKW stürzen

Die 17 deutschen Atomkraftwerke müssen ihre Widerstandsfähigkeit gegen Flugzeugabstürze, Erdbeben und Hochwasser unter Beweis stellen. Umweltminister Röttgen stellte dazu einen Prüfkatalog vor.
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BerlinVon deren Befunden hängt maßgeblich der Weiterbetrieb der Meiler ab. Mit der Prüfung durch Experten der Reaktorsicherheitskommission (RSK) sollten die Konsequenzen aus der Atomkatastrophe in Japan gezogen werden, sagte der CDU-Politiker. Der Versorger E.ON und RWE sagten eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Kommission zu.

Mit dem Katalog nimmt die Sicherheitsüberprüfung der AKW konkrete Formen an, die die Bundesregierung nach der Atomkatastrophe in Japan Mitte März angeordnet hatte. Für die Zeit der auf drei Monate angesetzten Tests wurden die ältesten sieben Meiler vom Netz genommen. Die RSK werde bis zum 15. Mai einen ersten Bericht vorlegen, kündigte Röttgen an. Bis Mitte Juni gebe es dann politischen Entscheidungsbedarf.

Geplant sei eine Art Stresstest, sagte RSK-Chef Rudolf Wieland. So werde geprüft, ob die AKW gegen Abstürze von Militärflugzeugen wie auch von voll besetzten und betankten Passagiermaschinen sicher seien. Geprüft werde auch, ob die Meiler gegen terroristische Angriffe - etwa gegen sicherheitsrelevante Einrichtungen - geschützt seien. Ziel müsse immer sein, die Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern.

Die RSK-Experten wollen prüfen, ob die Atomkraftwerke größere Erdbeben überstehen können. Auch klimatische Ereignisse wie Hochwasser und Trockenheit sollen simuliert werden. Es gehe darum, was beispielsweise in einem Reaktor passiere, wenn es zu einem längeren Stromausfall komme, sagte Wieland. Auch die Folgen von Gasverpuffungen ähnlich den in den Reaktoren von Fukushima sollen erörtert werden. Geprüft würden auch Hacker-Angriffe auf die Steuercomputer der Anlagen.

Ein RWE-Sprecher bezeichnete die Tests als "ehrgeizigen Plan". Ein Sprecher des Konkurrenten E.ON sagte: "Wir begrüßen, dass die Kommission so zügig Kriterien vorgestellt hat." Der Versorger E.ON und RWE sagten eine konstruktive Zusammenarbeit mit der RSK zu. Seitens der AKW-Betreiber Vattenfall und EnBW lagen zunächst keine Stellungnahmen vor. Die drohenden, unter Umständen milliardenteuren Nachrüstungen von AKW könnten den Betrieb bestimmte Meiler unrentabel machen.

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  • Ja, und es werden auch hunderte Millionen Menschen geschädigt, wenn ich mit dem Boot oder Bahn fahre. Außerdem kann man für die nächsten +24 000 Jahre (das ist nur die _Halbwertszeit_ von Plutonium) in einem Umkreis von mehren Dutzend Kilometern nicht mehr leben. So eine Bootsfahrt, oder gar Autofahrt, ist schon sehr ähnlich riskant. Und Äpfel sind ja auch gleich Birnen und die sind ja auch gleich Kernkraftwerke. Ist alles natürlich.

  • Ich denke, die Politik will sich den schwarzen Peter für massiv steigende Energiepreise nicht zuschieben lassen, sondern tut alles, um die KKW-Betreiber zu entnerven. Wer investiert denn heute dreistellige Milliardensummen in eine "Brückentechnologie", die jedes Jahr von neuem als großer Buhmann am Nasenring über den Anger gezogen wird?! Eben! Übrigens fand es schon Eichel "nicht in Ordnung", daß die Energiekonzerne Rückstellungen ansammelten für einen späteren Abriß - und zwar unversteuert! Nö - das geht schon mal gar nicht!

  • Auch eine Bootsfahrt (Autofahrt,Zug,Fahrrad,Roller,Bus usw.usw. ist gefährlich ,sie kann das Leben kosten .Die Wahrscheinlichkeit ist weit aus größer das ihnen da was passiert als bei einem GAU in einem Deutschen KKW !
    Vermeiden sie nun diese Tätigkeiten ?
    Eure Scheinheiligkeit ist unübersehbar !

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