Strom
Ein Schatten fällt auf die Solarenergie

Trotz staatlicher Flankierung wird Strom aus der Sonne nicht billiger, sondern teurer. Politiker und Fachleute sind sich einig, dass die derzeitige Entwicklung dem Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) widerspricht, sinkende Preise für Solarstrom zu erreichen.

BERLIN. Politiker und Fachleute werfen den Herstellern von Solaranlagen Preistreiberei vor. Sie sind sich einig, dass die derzeitige Entwicklung dem Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) widerspricht, sinkende Preise für Solarstrom zu erreichen. Im Extremfall könnte der Markt für Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht zusammenbrechen, so die Befürchtung.

Das EEG mit seinen garantierten Einspeisevergütungen hat den Herstellern von Solarmodulen Rückenwind gegeben. Die Unternehmen konnten ihre Produktion in den vergangenen Jahren stark erhöhen und die Stückkosten senken. Beim Endkunden kommt davon jedoch nichts an. Solarmodule kosten heute mehr als vor Einführung des EEG.

„Es hat sich herausgestellt, dass die hohen Einspeisevergütungen keinen Anreiz zu Preissenkungen bei Solaranlagen geben. Das widerspricht der Zielsetzung des EEG. Wir müssen diese Entwicklung korrigieren und die Vergütungssätze für den Solarstrom deutlich absenken“, sagte Unionsfraktionsvize Katherina Reiche (CDU) dem Handelsblatt. „Gewinnmargen der börsennotierten Solarunternehmen bis zu 20 Prozent lassen vermuten, dass hier die Knappheit an Solarmodulen durchaus genutzt wird, um mal ordentlich Kasse zu machen“, sagt Anne Kreutzmann, Chefredakteurin der Fachzeitschrift „Photon“.

Seit dem 1. April 2000 gilt das EEG. Es garantiert den Betreibern von Anlagen zur Stromerzeugung aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse feste Vergütungssätze, die zum Teil deutlich über den Marktpreisen liegen. Erzeuger von Solarstrom erhalten derzeit 45,7 Cent pro Kilowattstunde als Grundvergütung. Zum Vergleich: Die Basisvergütung für Strom aus Wind beträgt 5,5 Cent. Und der außerbörsliche Großhandelspreis für konventionell erzeugten Strom bewegt sich – je nach Abnahmemenge und Lieferzeitpunkt – zwischen knapp vier und gut acht Cent je Kilowattstunde.

Seite 1:

Ein Schatten fällt auf die Solarenergie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%