Stromangebot
Energieagentur warnt vor Versorgungsengpass

Einer neuen Studie zufolge werden in Deutschland 2020 voraussichtlich 15 konventionelle Großkraftwerke fehlen. Schon ab 2012 steht nicht mehr genügend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung, um die Verbrauchsspitzen zu decken. Die Verengung des Stromangebots wird auch die Preise deutlich steigen lassen.

BERLIN. Das ist das Ergebnis einer Analyse der bundeseigenen Deutschen Energieagentur (Dena), die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Dena hat für ihre Analyse mit allen relevanten Energiekonzernen gesprochen und deren Neubauprojekte in ihre Kalkulation aufgenommen. Zentrale Erkenntnis: Viele Vorhaben, deren Umsetzung vor Monaten als wahrscheinlich galt, sind von den Projektlisten gestrichen. Gestiegene Anlagenpreise, wachsende Widerstände in der Bevölkerung und Unwägbarkeiten beim Emissionshandel zwingen viele Investoren offenbar zum Rückzug.

Unstrittig ist, dass der Kraftwerkspark renoviert und ausgebaut werden muss. Zwar hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen gegeben; sie bleiben aber hinter den Erfordernissen zurück. Seit Wochen steht das Thema Stromlücke daher im Mittelpunkt der energiepolitischen Debatte. Bislang gab es sehr unterschiedliche Aussagen zum Ausmaß der zu befürchtenden Lücke. Die Dena-Analyse quantifiziert nun den Engpass.

Die Agentur hat drei Kategorien von Projekten definiert: Solche Kraftwerke, die nach 2005 in Betrieb gegangen oder derzeit im Bau sind („Kategorie A“); Kraftwerke, für die Baugenehmigungen erteilt oder zumindest absehbar sind und für die zugleich die Komponenten bereits bestellt sind („Kategorie B“); Kraftwerke, die noch nicht über das Projektstadium hinausgehen oder deren weitere Planung zurückgestellt wurde („Kategorie C“).

Besonders lang ist die Liste mit den äußerst wackligen Projekten der Kategorie C: Sie umfasst 59 Kraftwerksprojekte. Die Liste der Kategorie A dagegen umfasst dagegen nur 19 Kraftwerke mit einer installierten Leistung von gut 11 000 Megawatt.

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