Stromkosten : Es werde Licht – aber billig

Stromkosten
Es werde Licht – aber billig

Die Kommunen im Ruhrgebiet ächzen unter hohen Schulden. Ein Grund sind auch die hohen Stromkosten, vor allem die Straßenbeleuchtung ist teuer. Eine neue Technik hilft beim Sparen. Bottrop macht es vor.
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DüsseldorfDie Städte im Ruhrgebiet haben es nicht leicht, die meisten von ihnen sind hoch verschuldet. Politiker fordern sogar einen Solidaritätszuschlag für den Ballungsraum. Auch Bottrop ächzt unter den hohen Schulden – die Zahlen lesen sich dementsprechend. Im Jahr 2012 lag das Gesamtergebnis des Haushalts bei einem Minus von rund 17 Millionen Euro. Der Haushaltsplan geht auch in den Jahren 2013 bis 2015 von einem Minus aus. Immerhin soll das Defizit in diesem Jahr auf circa elf Millionen Euro sinken.

Einen großen Teil an den Ausgaben des Stadthaushalts haben die Stromkosten. Die Aufwendungen der Stadt für Strom beliefen sich im vergangenen Jahr auf etwa 2,4 Millionen Euro, gab die Pressestelle gegenüber dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) an. Die steigenden Strompreise belasten nicht nur die privaten Stromverbraucher, bei den Kommunen ist es vor allem die Straßenbeleuchtung, die ins Gewicht fällt – bis zu 50 Prozent der gesamten Stromkosten müssen die Kommunen für Laternen aufwenden, schätzt der Energieversorger EnBW.


Auch Bottrop zahlt einen hohen Betrag für die Straßenbeleuchtung. Im Jahr 2000 lag der bei 912.804 Euro. Die Stadt konnte die Aufwendungen für Straßenlaternen bis 2013 immerhin auf 834.193 Euro drücken. Im selben Zeitraum wurde der Verbrauch der Straßenlaternen von 4,16 Millionen Kilowattstunden auf 3,63 Millionen Kilowattstunden gesenkt. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Laternen um 1.500 Stück erhöht. Möglich machen diese Kostensenkungen neue Techniken zur Effizienzsteigerung. Neben LED-Laternen wurden auch sogenannte Spannungsoptimierer installiert.

Die Installation von Leuchtdioden (LED) bringe in der Regel die „höchste Betriebskosteneinsparung“, sagt Annegret-Claudine Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleistungen der Deutschen Energie-Agentur (dena). Moderne LED-Systeme lassen sich durch intelligente Steuerung direkt in der Leuchte an den Bedarf in den jeweiligen Straßen anpassen.

Eine andere Möglichkeit Strom zu sparen, bieten sogenannte Spannungsoptimierer. Diese Systeme werden in die Verteilerkästen der Straßenbeleuchtung installiert und senken die Spannung auf 210 Volt ab – und so auch die Kosten für Strom. „In Berlin konnten wir damit 30 Prozent einsparen“, sagt Michael Tausch, Experte für Spannungsoptimierer bei MBG Solutions.

Kommentare zu " Stromkosten : Es werde Licht – aber billig"

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  • Warum schalten die das Licht nicht einfach aus?
    Im Ruhrpott ist doch eh nix mehr los.

  • Seit in Deutschland die KKW gesetzwidrig abgeschaltet wurden und das EEG mit Steuersubventionsbillionen am mühsam am Leben erhalten wird, stiegen die Kosten für Strom.

    Sie steigen so hoch, daß die deutsche Industrie nur noch arbeiten kann, weil sie von der Regierung mit Steuerzahlerbillionen (in der Addition) subventioniert wird - ausdrücklich wegen der gigantisch teuren Strompreise.

    Diese müssen nur noch von den kleinen privaten Verbrauchern bezahlt werden - allerdings mit einem weiteren Aufschlag für die Industrie.

    Dies Idiotie nennt sich Fortschritt. Aber auch nur bei Frau Merkel und ihren links-grünen Genossen.

  • Herr Dr. Michael Klein und Herr Marc Hofmann@
    Ihre vielfach zu lesende Meinung hat nichts mit LED-Funzeln
    zu tun anfügen möchte ich, daß ich Ihrer Meinung bin.

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