Strompreis
Trotz Atomausstieg keine Preisexplosionen

Spekulationen über rapide steigende Strompreise auf Grund eines beschleunigten Atomausstiegs fallen auf fruchtbaren Boden. Doch Verbraucherschützer und die Bundesnetzagentur kritisieren die Meldungen als unseriös.
  • 8

Berlin "Ich glaube, dass es für diese hohen Schätzungen keine belastbare Grundlage gibt", sagte der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, am Montag in Berlin. "Je weiter man da Prognosen wagt, umso ungenauer werden sie", warnte auch Netzagentur-Präsident Matthias Kurth. Eine seriöse Schätzung könne erst abgegeben werden, wenn die Rahmenbedingungen der Förderung auf dem Tisch lägen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte die Diskussion als zu hektisch und mahnte hinsichtlich der künftigen Energieversorgung einer der weltgrößten Volkswirtschaften mehr Sorgfalt im Detail an. "In diesem Fall ist das Kleingedruckte möglicherweise das Wichtigste", sagte er nach energiepolitischen Gesprächen mit Experten. "Die Gefahr, dass das am Ende viele Leute viel Geld kostet, ist riesengroß." Die Belastungen gerade für die energieintensiven Industrien dürften nicht zu groß werden.

In der Debatte über steigende Strompreise kursieren die unterschiedlichsten Zahlen. Die Prognosen rangieren zwischen ein bis zwei Milliarden Euro im Jahr bis hin zu zweistelligen Milliardenbeträgen. Die teilstaatliche Deutsche Energie-Agentur (dena) rechnet mit einer Erhöhung des Strompreises um vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde, was einen Stromkostenanstieg von etwa 20 Prozent für Privathaushalte bedeuten würde. Der Umstieg sei jedoch gerechtfertigt und werde sich langfristig auszahlen, erklärte die dena. Die Regierung verweist darauf, dass erst im Juni nach Verabschiedung eines Gesamtkonzepts Aussagen über die Kosten und deren Verteilung getroffen werden können.

Seite 1:

Trotz Atomausstieg keine Preisexplosionen

Seite 2:

Verbraucherschützer: Strompreise steigen eh immer

Kommentare zu " Strompreis: Trotz Atomausstieg keine Preisexplosionen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Endpreis ist entscheidend. Das ist richtig. Allerdings ist der Endpreis durch Steuern und Abgaben gestiegen. Der reine Strompreis (der Anteil der Konzerne also) ist weniger gestiegen als die Inflation, also effektiv sogar gesunken.

    Der Adressat für Beschwerden ist folglich die Regierung und nicht der Stromkonzern.

  • Es kommt immer auf die Endsumme an.Was soll das: z.B.Grundpreis um 3% gesunken und Steuern um 350% erhöht. Die Preise sind also gesunken? Nein massiv gestiegen. Ich muss nämlich den Gesamtpreis bezahlen.

  • Das was beim Endverbraucher ankommt ist entscheidend !
    Und tatsächlich ist der Preis für Elektroenergie gestiegen , Kontinuierlich beinahe Monatlich .
    Dieser Trend hält an oder wird sich noch verstärken (Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis)
    Das ist der Tatsächliche Preis des Atomausstiegs !!!
    Andere Behauptungen sind unseriös .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%