Strompreise Was der Eon-Innogy-Deal für Verbraucher bedeutet

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„Die Zeit der Energieriesen ist abgelaufen“

Eigentlich haben Verbraucher die Möglichkeit, höheren Strompreisen zu entgehen. Denn die Energiemärkte sind seit Jahren liberalisiert. Kunden können somit den Stromanbieter frei wählen. Allerdings sind immer noch rund 30 Prozent der Stromkunden in Deutschland im teuren Grundversorgungstarif, wie eine DIW-Studie kürzlich zeigte. Alle Appelle von Verbraucherschützern und Bundesnetzagentur, die Strompreise zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln, gehen demnach an einem großen Teil der Stromverbraucher vorbei.

In Deutschland ist der Grundversorger nach dem Energiewirtschaftsgesetz der Energieversorger, der in einem bestimmten Netzgebiet die Mehrzahl der Haushaltskunden versorgt. Häufig handelt es sich dabei um das örtliche Stadtwerk. Der Grundversorgungstarif gilt immer dann, wenn der Kunde mit dem Energieversorger keine andere vertragliche Vereinbarung trifft.

Das kann dann dazu führen, dass man von den „Großen Vier“ (Eon, RWE, EnBW und Vattenfall) versorgt wird. Was mitunter teuer sein kann. Laut der DIW-Studie stellten die Energieriesen zwar in 59 Prozent der untersuchten Gebiete den Grundversorger, sie boten aber nur in 22 Prozent der Fälle den günstigsten Tarif an. Dagegen werden 61 Prozent der günstigsten Tarife von unabhängigen Einzelhändlern angeboten, die dabei nur drei Prozent der Grundversorger stellen.

Gerade der Ökostrom-Anbieter Lichtblick fürchtet jetzt höhere Strompreise, weil ein Wettbewerber vom Markt verschwindet. DIW-Expertin Kemfert hält die Sorgen für unbegründet. „Im Bereich Ökostrom ist der Anteil von Eon oder RWE/Innogy zu klein, als dass er etablierten Ökostromanbietern ernsthaft Konkurrenz machen könnte“, sagte sie. „Von der Schwäche im Bereich Ökostrom kann der Wettbewerb eher profitieren, da Stadtwerke und mittelständische Energieunternehmen die Chancen der Energiewende nutzen können.“ Kemfert mahnte aber: „Der Wettbewerb sollte vor allem nicht weiter durch die Deckelung des Ökostromausbaus und künstliche Bevorteilung von Kohlekraftwerken behindert werden.“

Innogy sieht Kemfert als den großen Verlierer dieses Deals. Die Gründung des Ökostrom-Anbieters sei von Anfang an aufgrund unglaubwürdiger Geschäftsmodelle zum Scheitern verurteilt gewesen. Der Verkauf des Bereichs der Erneuerbaren Energien von Eon an RWE sei allerdings ebenso ein Fehler, ist Kemfert überzeugt. „Die Stromnetze mögen aufgrund von Traumrenditen zu kurzfristigen Profiten führen“, erläuterte die Energieökonomin, „doch mittel- bis langfristig wird der gesamte Bereich der Energiewende, inklusive dezentraler erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilität boomen.“

Kemfert schätzt, dass aufgrund der Dekarbonisierung der gesamten Wirtschaft auch Gas im kommenden Jahrzehnt mehr und mehr zum Auslaufmodell werde, genauso wie Kohle und Atom schon heute. „Hier hatte Eon bisher erfolgversprechende Geschäftsmodelle für die zukünftige Energiewende begonnen, diese nun aufzugeben ist ein Fehler.“

Die Erneuerbaren seien bei RWE auch deshalb „schlecht aufgehoben, da dieser Konzern ausschließlich das konventionelle Energiegeschäft umsetzen kann und will“, sagte Kemfert weiter. „Es scheint, als könnten die Energieriesen nur das großskalige konventionelle Energiegeschäft bedienen, weniger das dezentrale, erneuerbare und innovative, welches langfristig aber das erfolgversprechendere ist.“

Die DIW-Ökonomin stellt vor diesem Hintergrund eine düstere Prognose: „Die Zeit der Energieriesen ist abgelaufen.“ Nun wolle man mit Megafusionen diesen Trend aufhalten. „Dies wird kaum gelingen, wenn sich die Konzerne nicht konsequent auf die Energiewende-Märkte konzentrieren.“

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2 Kommentare zu "Strompreise: Was der Eon-Innogy-Deal für Verbraucher bedeutet"

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  • In den Herkunftsländern der Zuwanderer wird doch der Zähler gebrückt, es droht also gar nichts, außer ein paar Stolper-Fallen durch die herum liegenden Kabel. Daran wird man sich doch noch gewöhnen können.

  • Mir egal, bekomme den Strom bezahlt......

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