Strompreise FDP will Ökostrom-Zuschüsse beschneiden

Ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz für steigende Strompreise verantwortlich? Zu dieser Ansicht neigt die FDP. Sie legte ein neues Konzept vor, das Zuschüsse für alternative Energien begrenzt.
Update: 24.09.2012 - 23:13 Uhr 10 Kommentare
Zuschüsse für alternative Energielieferanten will die FDP abbauen. Quelle: dpa

Zuschüsse für alternative Energielieferanten will die FDP abbauen.

(Foto: dpa)

BerlinDie FDP will die Ökostromförderung zurückfahren. Das Parteipräsidium verabschiedete am Montag ein Konzept, wonach an Stelle der bisherigen Zuschüsse für alternative Energien ein sogenanntes Mengenmodell eingeführt werden soll.

Damit sollen Energieversorger verpflichtet werden, eine bestimmte Menge ihres Stroms aus alternativen Energien zu beziehen. Grundlage hierfür sollen die Ausbauziele des Energiekonzepts sein. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) wollte das FDP-Modell nicht kommentieren und betonte die Ziele der Energiewende.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Erdwärme oder Biomasse finanziell gefördert wird. Für neu installierte Anlagen gilt ein bestimmter Vergütungssatz, der in der Regel auf 20 Jahre festgesetzt wird - die sogenannte Einspeisevergütung. Sie wurde bereits 1991 mit dem Stromeinspeisegesetz eingeführt und im Jahr 2000 mit dem EEG verfeinert und ausgeweitet.

Altmaier zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit über das EEG . Im Interview der "Braunschweiger Zeitung" sagte er, er werde in den nächsten Wochen einen "Vorschlag zum Verfahren" vorlegen. "Wir brauchen eine Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes für die nächsten 10, 15 Jahre", sagte er. Bis 2050 solle ein Anteil der erneuerbaren Energien von 80 Prozent erreicht werden. "Über den Weg kann man reden, aber das Ziel darf nicht in Frage stehen", sagte er.

Die FDP aber macht das EEG für steigende Stromkosten verantwortlich und plädiert daher für eine Neuausrichtung des Systems. "Wenn die aktuelle Entwicklung sich ungebremst fortsetzt, dann werden die Kosten aus dem Ruder laufen und die stabile Stromversorgung gefährdet", warnte FDP-Chef Philipp Rösler. Die Einnahmen der Stromproduzenten sollten sich daher künftig nicht mehr an politisch definierten Festpreisen orientieren, sondern am Markt.

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner, der die Arbeitsgruppe der FDP zum Thema geleitet hat, forderte eine neue Systematik, "die garantiert und sicherstellt, dass man zu mehr Kosteneffizienz bei dem Ausbau und der Gestaltung der Energiewende kommt". Das EEG führe "durch einen sehr planwirtschaftlichen, sehr staatsorientierten Ansatz" zu Ineffizienzen.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring betonte, dass es nicht darum gehe, das alte System im nächsten oder übernächsten Jahr zu ersetzen. Das Mengenmodell könne voraussichtlich Mitte der nächsten Legislaturperiode eingeführt werden.

Wie die FDP die Kosten drücken will
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Strompreise - FDP will Ökostrom-Zuschüsse beschneiden

10 Kommentare zu "Strompreise: FDP will Ökostrom-Zuschüsse beschneiden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Energie_verstehen

    Ihre Antwort lässt sehr deutlich die unterschiedliche Betrachtung erkennen.
    Ich bin halt nicht der Meinung, dass man eine in der Bevölkerung verbreitete Form der Ernergieerzeugung deckeln sollte, je günstiger sie wird.
    Das ist aus meiner Sicht grundfalsch.

  • Mit solchen schlüssigen Argumenten vertreiben sie ja vandale und Energie_verstehen aus dem Forum!

    Ich bin nur gespannt, wie in 10 Jahren die Strompreiserhöhungen begründet werden, wenn es hohe Anteile an EE gibt, von dort keine Rechnung kommt und die Gewinne des Energiekartells dennoch steigen müssen.

    Sicher, die werden was finden, nur was?

  • Warum können Ökos nicht akzeptieren, dass die EEG-Umlage unmengen an Gelder verschlingt? Alle wollten den Atomausstieg und den beschleunigten Umstieg, jetzt kommen die Kosten dafür. Das wurde vorher kommuniziert, nur von den Ökos stets negiert.

    Ihre Subventionstheorie ist leider total falsch. Allerdings bringt es nichts ihnen Argumente zu bringen. Menschen wie Sie, werden die Realität niemals akzeptieren. Dennoch versuche ich es kurz. In den 50 Jahren wurde mit viel Fantasie und einigen Unschärfen und Fehlern vielleicht 70-100 Mrd. € subventioniert (inflationsbereinigt. Der Ökostrom belastet schon in den ersten 10 Jahren mit 70-80 Mrd. €. Und für jedes weitere Jahr kommen 20-25 Mrd. € dazu.

    Die ganzen Spielchen mit "Arbeitsplätze", "volkswirtschaftliche Wertschöpfung" trifft für beide Technologien gleichermaßen zu.

    Fakt ist Ökostrom wird z.T. übersubventioniert. Vor allem die Photovoltaik. Die muss gekürzt bzw. gedeckelt werden, wenn man in der Bevölkerung die Akzeptanz erhalten möchte. Alles zu ignorieren bringt überhaupt nichts.

  • Deutschland ein Land mit 2 Bill.€ Schulden und einer Neuverschuldungsquote von 81 statt 60 Prozent des BIP ist selbst ein Sanierungsfall. Staatskredite dürfen seit 1969 zur Konjunktursteuerung eingesetzt werden. Seit dem gilt die überhöhte Staatsverschuldung als Regel bei jeder Bundesregierung.
    Abgekoppelt von den tatsächlichen Preisen ist seit langem die Energieerzeugung.
    Für den Zeitraum 1970-2012 sind die größten Schuldensubventionierten Energieträger die Steinkohle mit 311 Mrd. €, dann kommt die Atomenergie mit 213 Mrd. € die Braunkohle mit 87 Mrd.€ und den erneuerbaren Energien mit 67 Mrd. €. Die Atomenergie hat beste Chancen der Steinkohle noch den Rang ab zu laufen, weil nach dem Verbrauch der Energie der Müll noch viele Generationen beschäftigen wird. Die geringsten Förderungen sind Gas zu zurechnen.
    Aufgrund fehlender oder wirtschaftlich nicht förderfähigen Rohstoffen liegt die Importabhängigkeit nach Energieträgern für
    Kernenergie bei 100 %
    Mineralöl bei 98 %
    Steinkohle bei 77%
    Naturgas bei 87%
    Dagegen sind Braunkohle und die erneuerbaren Energieträger im Land verfügbar.
    Im Jahr 2011 arbeiteten 382.000 Beschäftigte im Bereich der Erneuerbaren Energien, hat D sich vor allem im Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Steuerungstechnik eine der vorderen Plätze erarbeiten können.
    Das eine solch positive Entwicklung mit der FDP (Für Deutschland Problematisch) nicht einhergeht
    wundert mich nicht. In den meisten Jahren in denen D Schulden machte war die FDP beteiligt.

  • So dumm das es kracht, ein beliebter Spruch eines meiner Lehrer.
    Europa hat den Norden mit seinen Wasserkraftwerken, die soviel produzieren, das die sogar ihren Strom verkaufen würden. Europa hat den Süden, die soviel Sonne und Wind haben, und den Strom sogar verkaufen würden - und inzwischen CO2-Neutrale Verfahren Öl zu gewinnen und genauso neutral zu nutzen. In 1 bis 2 Jahren haben auch die Portugiesen und die Spanier soviel davon, das die das sogar verkaufen würden. Versuche von Daimler haben bewiesen, die Motoren können so gebaut werden, das diese Treibstoffe keinem Motor schaden. Dasselbe gilt für die Heizanlagen. Dazu noch, es müssen keine Agrarflächen dafür weg genommen werden.
    Aber Europa hat Deutschland da oben, das doch lieber seinen Bürgern die Stromkosten der Industrie aufhalst, unsinnige Subventionspolitik betreibt und sich einbildet, irgendwann scheint auch die Sonne bei Regen öfter durch.
    Dabei könnte der Strom für alle genauso billig sein und der Kraftstoff bald ebenso.
    Die EU und ihre Pappnasen, wo bleibt eine europaweite Konzertierte Aktion zur Energiewirtschaft? Genau hier sollten Konzern- und Landesinteressen ihre Grenzen haben, denn mit preiswerter Energie ist Europa konkurrenzfähig, und zwar auf den meisten Gebieten, und dazu noch deutlich unabhängiger vom Erdöl. Was steht dagegen?
    Die menschliche Dummheit.

  • Aber EON und RWE haben den Zug verpasst, ihr Monopol droht zu zerbrechen, die Strompreise drohen zu fallen! Deshalb wird nun von Altmaier &Co gebremst bis das Energiekartell ausgeschlafen und wieder das Erzeugermonopol hat!

  • Zustimmung izh000

    Genau, und die Preise für Strom steigen ja erst seit der Energiewende! Vorher gab es hier keine Preissteigerungen!

    Zurnächsten Wahl ist Schluß mit den gelben Chaoten!

  • EE ist schlicht und einfach ein Ergebnis der Erkenntnis dass Rohstoffimporte zur Energieerzeugug zunehmend unbezahlbar werden... in der Energiebranche "zunehmend" = in 50 oder 60 Jahren, so lange dauert eine Umstellung ja mindestens.

    Deshalb wächst der EE Bereich ja weltweit wie verrückt, weil die meisten Staaten wissen in 50 oder 60 Jahren wird's sonst eng.


  • Typisch für die FDP; viel Gerede - wenig Hirn und Inhalt. Zusammengerechnet summieren sich die Subventionen für die Kernenergie auf ein vielfaches.

    Aber: nach der nächsten Wahl wird auf Bundesebene mit der FDP Schluß sein - endlich.

  • In Deutschland bezahlt man für einen weitgehend wertlosen Zufallsstrom knapp 20 Milliarden € als EEG Vergütungen, zzgl. Kosten des Netzausbaus. Auf diese Summe sind wiederum Steuern, Konzessionsgebühren der Gemeinden und MwSt. zu addieren. So ergeben sich nunmal höhere Kosten als wenn man den Strom in modernen Grosskraftwerke erzeugt.

    Allerdings hat die Oekobranche in der Vergangenheit die wohl intensivste Lobbyarbeit aller Branchen betrieben und alle Blockparteien bedacht. Möglicherweise reicht den mittlerweile etwas klamm gewordenen Solarkönigen das Geld nicht mehr um die FDP zu pflegen.

    So entdeckt die FDP als erste Partei den Deutschen als Opfer dieser Oekomafia.

    Vandale

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%