Strompreise
Verbraucher zahlen Netzausbau

Jetzt kommt die Rechnung für den Atom-Ausstieg auf den Tisch der Verbraucher: EU-Energiekommissar Günther Oettinger will sie für den Ausbau der Stromnetze zur Kasse bitten. Außerdem schlagen weitere Kosten zu Buche.
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Die Verbraucher müssen bei einer Energiewende mit deutlich höheren Stromkosten rechnen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert, sie am Ausbau neuer Stromnetze und -speicher in Europa finanziell zu beteiligen. „Ich denke an eine Umlage von etwa einem Cent pro Kilowattstunde“, sagte Oettinger dem „Spiegel“.

Laut RWE müssen sich die Bürger schon wegen des deutschen Atom-Moratoriums auf höhere Preise einstellen. „Für Kunden von Versorgern, die sich jetzt zu hohen Börsenpreisen eindecken müssen, könnte sich das rein rechnerisch in einer Preiserhöhung von bis zu fünf Prozent niederschlagen“, sagte Vorstand Leonhard Birnbaum der „Rheinischen Post“.

Aber auch auf die Atomkonzerne dürften neue Kosten zukommen. Laut „Wirtschaftswoche“ will Oettinger die Haftung von Atomkraftwerken europaweit vereinheitlichen. Dazu habe er für Dienstag Vertreter von Konzernen, Versicherern und Organisationen nach Brüssel eingeladen.

Bisher regelt jedes EU-Land die Haftung für Atomkatastrophen selbst. Während Betreiber in Frankreich dem Bericht zufolge nur für Schäden bis 91,5 Millionen Euro je Kraftwerk haften, sind in Deutschland Schäden bis zu 2,5 Milliarden Euro abgedeckt. „20 Pkw vor einem Kernkraftwerk sind besser versichert als die Anlage selbst“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Claude Turmes dem Blatt.

Josef Schlarmann, Chef der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, wandte sich gegen indirekte Subventionen. „Ordnungspolitisch muss man den Versorgern einfach alle Kosten der Atomkraft in Rechnung stellen, von der Endlagerung bis zur Versicherung aller Risiken“, sagte er der „Wirtschaftswoche“.

Grünen-Chefin Claudia Roth bezeichnete Atomstrom als den teuersten Strom überhaupt. „Wenn sich die Kraftwerksbetreiber gegen die Risiken selbst absichern und die Entsorgung ihres Mülls selbst bezahlen müssten, würde eine Kilowattstunde etwa zwei Euro kosten“, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Windkraft und Solarenergie sind Techniken von Vorgestern!

    Jede Dampfmaschine ist effizienter!

    Warum wurden den alle „Windkraftanlagen“ mit der Industrialisierung abgestellt!

    Damals konnte die Dampfmaschine weniger als 10 Prozent der Energie nutzen!

    Die Solarenergie ist zwar ein wenig JÜNGER nur von 1839!

    Die erste Solarzelle ist von 1953!

    Heute im Jahre 2011 ist die Energieerzeugung aus der Solarzelle 4-fach teurer als eine konventionelle Energieerzeugung!

    Die Atomtechnik ist von GESTERN!

    Die ist nur von 1890!

    Der erster Reaktor wurde 1951 in Betrieb genommen und war WIRTSCHAFTLICH!

    Ich bin für die weitere Forschung von Alternativen Energieträgern aber die „Alternativen“ die wir derzeit einsetzen vernichten das Volksvermögen!

    Wir subventionieren die Technik von Vorgestern damit wir die Technik von Gestern ersetzen!

    Satire:
    Ich habe mein Auto abgemeldet und reite jetzt nur mit meinem Pferd, das Heu bezahlt mir die Stadt!

  • da haben Sie recht,was will man verlangen von Herrn Ötinger
    er kann ja nicht einmal einen vernünftigen Satz reden ohne zu
    stotternBei seiner Besoldungsgruppe sind eine Erhöung um 5 oder10%locker zu bezahlen

  • Windkraft funktioniert.Sie brauchen zwar Energie,erzeugen aber mehr als sie eben verbrauchen.Zudem ist Windenergie eigentlich günstiger,nur muss man die Windenergie eben erst ausbauen,bis man damit ausreichend Strom erzeugen kann. Und wegen E10 wird auch kein Krieg in Nordafrika geführt.In Lybien kämpft man z.B nicht um E10,sondern um einen Regierungswechsel.

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