Stromversorgung
Netzagentur warnt vor Engpässen

Neue Munition für die Stromversorger: Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth warnt vor Engpässen in der Stromversorgung. Vor allem in den Sommermonate könne die Lage kritisch werden.

HB BONN. Die Bundesnetzagentur hat den Stromversorgern neue Munition für den geforderten Bau weiterer Kraftwerke geliefert. Behördenchef Matthias Kurth warnte am heutigen Mittwoch vor Engpässen in der Versorgung, die es insbesondere in Sommermonaten geben könne. Die Tatsache, dass Deutschland etwa nach den Zahlen von 2006 wesentlich mehr Strom exportiert als importiert habe „sollte uns nicht in einer trügerischen Sicherheit wiegen“, sagte Kurth in Bonn.



„Jahresbilanzen sagen recht wenig darüber aus, wie sich die Situation in Belastungsphasen darstellt“, betonte Kurth. Sollten Windkraftanlagen bei einer Flaute ausfallen und zugleich im Sommer konventionelle Kraftwerke wegen des eingeschränkten Zugangs zu Kühlwasser ihre Produktion drosseln, sehe die Lage in Europa schon erheblich kritischer aus.



Vor wenigen Wochen hatte RWE-Chef Jürgen Großmann vor mehrtägigen Stromausfällen im Sommer gewarnt. Er forderte mehr Genehmigungen zum Bau neuer Kraftwerke, um Engpässe zu vermeiden. Auch die Netzagentur hatte dies angemahnt und darauf verwiesen, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Kraftwerke vom Netz gingen.



In den vergangenen Monaten hatten mehrere Versorger in Deutschland den Bau neuer Kraftwerke verschoben oder ganz abgeblasen. Ursache waren die explodierenden Kosten und der wachsende politische Widerstand. RWE hatte etwa im Herbst vergangenen Jahres den Bau eines großen Kohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf wegen der Proteste der Bevölkerung aufgegeben.



Der Präsident des Umweltbundesamts, Andreas Troge, hält die Furcht vor einer Stromlücke in Folge des Atomausstiegs hingegen für unbegründet. „Wenn wir uns an das Klimaschutzprogramm von Meseberg halten, dann werden wir im Jahr 2020 mit Sicherheit auch in Zeiten der höchsten Stromnachfrage keine Probleme haben“, erklärte Troge in einem vorab veröffentlichten „Zeit“-Interview. Deutschland werde sogar noch Strom exportieren können, „obwohl die Kernkraftwerke dann weitgehend abgestellt sind“. Ziel des sogenannten Meseberg-Pakets der Bundesregierung ist eine Verminderung der deutschen Treibhausgase um 36 Prozent bis 2020.



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