Struck macht sich erneut für Wehrpflicht stark
"Ohne Wehrmachtsoldaten ging es 1955 kaum"

Nach den Worten von Verteidigungsminister Peter Struck war die Bundeswehr bei ihrer Gründung vor 50 Jahren auch auf Soldaten der Wehrmacht angewiesen.

HB BERLIN. „Ganz hätte sie wohl kaum auf jene Generation verzichten können, die im Nazi-Deutschland dienen musste“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ich glaube, die Bundeswehr ist sorgfältiger mit dieser Frage umgegangen als viele andere Institutionen“, sagte Struck.

Von 1955 bis 1957 hätten Gutachter die Vergangenheit potenzieller Soldaten überprüft. Auch Verteidigungsminister und Kanzler Helmut Schmidt (SPD) sei als junger Mann Kriegsteilnehmer gewesen, ohne dass jemand an seiner demokratischen Gesinnung hätte zweifeln können.

Mit dem Prinzip der Inneren Führung, die den Soldaten vor allem als verantwortlichen Bürger sehe, habe sich die Bundeswehr „deutlich vom Kadavergehorsam in Reichswehr oder Wehrmacht abgegrenzt“. Die Innere Führung werde von vielen Armeen als nachahmenswert betrachtet und sei besonders für die neuen NATO-Mitglieder „ein Exportschlager“.

Struck machte sich erneut für die Wehrpflicht stark. Das Miteinander von Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Wehrpflichtigen sei erfolgreich. „Die Wehrpflicht hat dafür gesorgt, dass die Bundeswehr eine junge Armee geblieben ist, eine Armee, die sich immer mit den Umbrüchen in unserer Gesellschaft auseinander zu setzen hat.“

Struck nannte es „auch aus heutiger Sicht verständlich“, dass vor 50 Jahren viele Bundesbürger die Wiederbewaffnung Deutschlands „emotional“ abgelehnt hatten. „Die Deutschen hatten den Schrecken des Krieges über ganz Europa gebracht. Mill. von Menschen waren getötet worden. Ungezählte Frauen hatten ihre Männer, Kinder ihre Väter, Mütter ihre Söhne als Soldaten verloren.“

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