Struck will bessere Ausbildung
Neuer Verdacht auf Misshandlungen in der Bundeswehr

Der Misshandlungsskandal in der Bundeswehr weitet sich nach neuen Verdachtsfällen aus. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Dienstag zwei neue Vorfälle, die sich in Baden-Württemberg ereignet haben.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) traf sich mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr sowie mit den Inspekteuren der Teilstreitkräfte, um über die nun sechs bekannten Fälle und Konsequenzen daraus zu beraten.

Ein Vorfall am Standort Bruchsal bei Karlsruhe, über den der Berliner „Tagesspiegel“ in seiner Mittwochausgabe berichtet, sei ähnlich gelagert wie der zuerst bekannt gewordene Fall in der Kaserne in Coesfeld, sagte der Sprecher. Darüber hinaus bestätigte er einen Vorfall auf dem Flughafen in Stuttgart, zu dem bereits disziplinarische Maßnahmen eingeleitet worden seien. Damit stieg die Zahl der Fälle auf sechs. Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, wurde bei dem Fall in Stuttgart mit 25 Teilnehmern eines Lehrgangs eine Flugzeugentführung mit Geiselnahme simuliert. Den Passagieren seien Jutesäcke über die Köpfe gestülpt worden und sie hätten sich zwei Stunden lang hinknien und die Hände über den Kopf legen müssen. Dabei seien sie mit Wasser überschüttet worden. Darüber hinaus wurden Scheinerschießungen vorgenommen. Der „Tagesspiegel“ hatte über den Standort Bruchsal von Misshandlungen wie in Coesfeld geschrieben ohne Einzelheiten zu nennen.

Einem Ministeriums-Sprecher zufolge waren sich Struck und die Inspekteure bei ihrem Treffen darüber einig, dass auch beim Wandel hin zu einer einsatzorientierten Ausbildung von den Ausbildern ein hohes Maß an Verantwortung verlangt werden müsse. Der Minister habe die Inspekteure zudem gebeten, ihm unverzüglich Antworten zu mehren Fragekomplexen zu liefern. So verlangt Struck Auskunft darüber, wie die Dienstaufsicht in den Ausbildungseinheiten verbessert werden kann und welche Maßnahmen wegen der bereits bekannten Vorfälle ergriffen worden sind.

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