Struck will britischen Wunsch nach einer „Programmänderung“ prüfen
Verteidigungsministerium hält an „Eurofighter“ fest

Das Verteidigungsministerium hat einen Medien-Bericht zurückgewiesen, wonach die Bundeswehr weniger Kampfflugzeuge vom Typ „Eurofighter“ bestellen wird als geplant. „Die Luftwaffe hat Bedarf für 180 Maschinen“, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin zum Vorabbericht. „Der Minister (Peter Struck) hält an der Stückzahl fest - das ist eine vertragliche Bindung, zu der Deutschland steht."

HB BERLIN. „Der Spiegel“ hatte berichtet, es gebe immer mehr Signale vom Projektpartner Großbritannien für eine Kürzung seines Anteils, die Deutschland ebenfalls Abstriche am Bestellvolumen von 180 Maschinen ermöglichen würde. Der britische Verteidigungsminister Geoffrey Hoon wolle das Produktionstempo drosseln und habe bei entsprechenden Sondierungen im Bundestag keinen Protest vernommen. Daher könne auch Struck die deutsche Bestellung ohne größere Kritik der Opposition reduzieren.

Die Bestellung des Eurofighters belastet die Wehretats der beteiligten Nationen mit Milliardenbeträgen, die in den kommenden Jahren fällig werden. An dem Projekt sind neben Deutschland und Großbritannien auch Spanien und Italien beteiligt. Vor allem Großbritannien will unbestätigten Berichten zufolge die Belastung durch das Projekt verringern. Da mit der Ankündigung einer Revision der Vereinbarungen jedoch finanzielle und politische Lasten verbunden sind, schrecken Deutschland und Großbritannien bislang davor zurück.

In Nachverhandlungen mit der Industrie würde es dann nicht nur um die finanziellen Auswirkungen einer Stückzahl-Änderung gehen, sondern auch um die Produktionsanteile der beteiligten Firmen und damit um Aufträge und Arbeitsplätze. Zum Hersteller-Konsortium gehören der europäische Konzern EADS, die britische BAE Systems und die italienische Alenia Aerospazio. Die Gesamtkosten der 180 deutschen Maschinen werden vom Verteidigungsministerium bis zum Jahr 2012 mit rund 18 Milliarden Euro beziffert, der Bundesrechnungshof rechnet mit 24 Milliarden und empfiehlt eine geringere Stückzahl. Großbritannien hat 232 Maschinen bestellt.

Die Bestellungen aller vier Partner sind in mehrere Tranchen aufgeteilt. Aus der ersten Tranche sind bereits Flugzeuge ausgeliefert. Bevor die zweite Tranche vertraglich fixiert wird, will Großbritannien offenbar Veränderungen bei der Ausstattung der bestellten Maschinen und eine Verzögerung der Produktion und damit der finanziellen Belastungen erreichen. Dem „Spiegel“ zufolge hat Struck seinem britischen Kollegen Hoon zugesagt, den britischen Wunsch nach einer „Programmänderung“ zu prüfen. Dies muss aber nicht eine Veränderung der Stückzahl bedeuten.

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