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Strukturwandel: Saarland mit breiter Brust in schwierige Zeit

Im Jahr 2012 ist endgültig Schluss mit dem Bergbau an der Saar. Schon jetzt hat das Saarland im Strukturwandel wichtige Etappenziele erreicht. Zahlreiche Schlüsselunternehmen sind auf die Wirtschaftskrise gut vorbereitet. Dazu stärken neue Branchen die Wirtschaftskraft des Landes.

von Andreas Schulte
Das Ende des Bergbaus im Saarland bringt auch neue Chancen mit sich. Quelle: dpa
Das Ende des Bergbaus im Saarland bringt auch neue Chancen mit sich. Quelle: dpa

SAARBRÜCKEN. Peter Theiss gibt sich unbeeindruckt von Flaute und Krise: „Um international bestehen zu können, müssen wir wachsen“, sagt der Geschäftsführer von Dr. Theiss Naturwaren. Das Unternehmen versorgt vom Saarland aus Kunden in fünf Kontinenten mit Naturheilmitteln und Pflegeprodukten – etwa mit der Zahncreme Lacalut. 300 Beschäftigte arbeiten im Stammwerk in Homburg. „Hier haben wir beste Bedingungen vorgefunden. Wir expandieren“, sagt Theiss. Den Exportanteil von heute 60 Prozent will er ausbauen: „Wir wollen weiterhin interessante Auslandsmärkte erschließen.“

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Im 50. Jahr nach der wirtschaftlichen Eingliederung des Saarlands in den deutschen Wirtschaftsraum steht Unternehmer Theiss beispielhaft für den Strukturwandel der Region. Naturwaren im ehemaligen Kohle- und Stahl-Revier – neue und alte Industrien, Spitzenforschung und Dienstleistungen liegen im Saarland ganz dicht beieinander.

Es ist beschlossene Sache: Im Jahr 2012 ist Schluss mit dem Bergbau an der Saar. Man weiß bereits heute, wie man Abschied von der Kohle nehmen will. Von den noch 4 700 Beschäftigten im Saar-Bergbau sollen nach den Worten von Ministerpräsident Peter Müller 2 500 über Anpassungsgelder ausscheiden. Bis zu 1 700 Bergleute werden in den Kohlerevieren Ruhr und Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen weitermachen. Die anderen sollen die Bergwerksanlagen im Saarland sichern.

In der Nachkriegszeit gaben die Bergwerke dieser Region einmal über 60 000 Menschen Arbeit. Ihre Stilllegung lassen sich Bund und Land nun gemeinsam 122 Mio. Euro kosten.

Das Aus für die Kohle ist keineswegs wegweisend für andere Traditionsbranchen: So sind die Stahlkocher trotz Wirtschaftskrise zuversichtlich. Die beiden großen Werke Saarstahl mit ihren Standorten in Völklingen, Burbach und Neunkirchen und die Dillinger Hütte haben sich so sehr spezialisiert, dass sie langfristig auch für schwierige Zeiten gut gerüstet erscheinen. Obwohl Saarstahl bereits Anfang des Jahres Kurzarbeit einführen musste, geht die Geschäftsführung von einem Gewinn für das Jahr 2009 aus. Bei der Dillinger Hütte war die Produktion bis zum ersten Quartal 2009 noch voll ausgelastet. Nach Auftragsrückgängen im zweiten Quartal schließt die Geschäftsleitung Kurzarbeit nicht mehr aus.

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