Studenten-Proteste
Größte Uni in Bayern im Visier

Die Protestaktionen an deutschen Hochschulen gewinnen an Schärfe. Rund 250 Studierende besetzten am Mittwochabend den Audimax-Hörsaal der Ludwig-Maximilians-Universität in München, der größten Universität in Bayern.
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HB FRANKFURT/MAIN. Die Protestaktionen an deutschen Universitäten gehen weiter. Seit Mittwochabend ist auch der größte Hörsaal der Münchner Universität von mehr als 100 Studenten besetzt; am Donnerstag wollten die Besetzer nach eigenen Angaben über das weitere Vorgehen beraten. Bildungsministerin Annette Schavan rief die Bundesländer auf, bereits verabredete Hochschulreformen rasch umzusetzen.

Inzwischen sind Räume von Hochschulen in rund 20 Städten in Deutschland besetzt, ebenso wie in Wien und in Basel. Die Studenten wollen damit ihrer Forderung nach besseren Lernbedingungen sowie mehr Geld für Bildung Ausdruck verleihen und unter anderem auch gegen Bildungsgebühren protestieren. Außerdem geht es um Probleme vor Ort, in Mainz beispielsweise fordern die Hochschulbesetzer auch mehr günstigen Wohnraum für Studenten.

Die Gewerkschaften GEW und ver.di haben sich mit den Studenten solidarisch erklärt. An den Universitäten sind die Reaktionen sehr unterschiedlich. Eine Sprecherin der Ludwig-Maximilians-Universität in München beispielsweise sagte, man sehe die Besetzung sehr gelassen, solange keine Gewalt angewendet werde. Auch Vertreter anderer Hochschulen äußerten Verständnis für die Proteste. Dagegen ließ die Universität Tübingen einen von Studenten besetzten Hörsaal am Donnerstagmorgen von der Polizei räumen.

Schavan sagte im Südwestrundfunk, bei der Umsetzung von Hochschulreformen gehe es um die Glaubwürdigkeit der Bildungspolitik. „Viele bildungspolitische Reden machen noch nicht gute Bildungs- und Wissenschaftspolitik“, sagte sie. Die Studierenden brauchten klare Signale, dass es die verabredeten Korrekturen bei der neuen Studienstruktur geben werde - etwa die Entschlackung der Studiengänge.

Für den 17. November sind bundesweit Demonstrationen gegen die Bildungspolitik geplant. Dazu werden Zehntausende Menschen erwartet. Der Protest steht unter dem Motto „education is not to sale“. Auch im Ausland wollen sich Schüler und Studenten an Protestaktionen beteiligen.

Kommentare zu " Studenten-Proteste: Größte Uni in Bayern im Visier"

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  • @ Denkerist (1)

    "Endlich tut mal jemand was gegen das marode bildungssystem!!"

    Es geht vorrangig um die Umsetzung der Hochschulreform. Das "bildungssystem" ist hier nicht im Fokus.

  • interessant ist, daß in den großen Medien nichts davon berichtet wird. Zensur?

  • Endlich tut mal jemand was gegen das marode bildungssystem!!
    Von den Politikern ist da ja nichts zu erwarten!

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