Studenten-Proteste
Rektoren schieben Länder schwarzen Peter zu

Für die Hochschulrektoren ist der Schuldige für die seit Wochen anhaltenden Studentenproteste gefunden: In einer einstimmig angenommenen Resolution haben sie den Ländern schwere Vorwürfe bei der Einführung der Bachelor-Studiengänge gemacht. Innerhalb der Rektoren gibt es offenbar deutliche Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Proteste.
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HB BERLIN/LEIPZIG. Die neuen Studiengänge seien unterfinanziert und zum Teil überreguliert, heißt es in einer am Dienstag auf der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig einstimmig angenommenen Resolution. Auch hätten es die Länder versäumt, für Hochschulen wie für Studierende in wesentlichen Punkten für „Rechtssicherheit und Verlässlichkeit“ zu sorgen, heißt es in der schriftlich verbreiteten Erklärung.

Am Rande der Konferenz demonstrierten nach Polizeiangaben erneut rund 4000 Studenten, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Die Rektoren baten die Studenten bei der weiteren Reform des Bachelor-Studiums um mehr Geduld. Es gebe bereits vielerorts sichtbare Erfolge, wie die Verkürzung der Studienzeiten und mehr Akzeptanz der Bachelor-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt, heißt es in der Erklärung. Die Studiengänge würden „ständig unter der Beteiligung der Studierenden überprüft und, wenn notwendig, weiterentwickelt. Dies geschah und geschieht auch bei derzeit in Kritik geratenen Studiengängen.“

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa gibt es innerhalb der Rektoren deutliche Meinungsverschiedenheiten, wie mit den Studentenprotesten weiter umzugehen ist. An der Sitzung hatten zwei vom HRK-Präsidium ausgewählte Studentenvertreter teilgenommen. Das war von mehreren Rektoren unter großem Beifall als „Alibiveranstaltung“ kritisiert worden.

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