Studentenzahlen nehmen zu
Interesse am Ingenieurberuf steigt

Die Werbung wirkt: Im vergangenen Herbst haben sich 61 600 Schulabgänger für ein Ingenieurstudium eingeschrieben. Das Statistische Bundesamt meldete satte neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Überdurchschnittlich war der Zulauf im Maschinenbau und im Bauingenieurwesen. Hoffnungen für die Wirtschaft wären jedoch noch verfrüht.

BERLIN. Insgesamt ist nach drei Jahren auch die Gesamtzahl der Studienanfänger wieder gestiegen: Sie kletterte um sechs Prozent auf nun 313 500 Personen. Überdurchschnittlich war der Zulauf im Maschinenbau, wo elf Prozent mehr Studenten an den Start gingen. Im Bauingenieurwesen betrug das Plus sogar 16 Prozent.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", kommentierte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). "Um den zukünftigen Wohlstand unserer Gesellschaft zu sichern, brauchen wir mehr qualifizierte Fachkräfte, insbesondere in den Ingenieur- und Naturwissenschaften." Auch die Arbeitgeber begrüßten die Daten. "Ziel muss es sein, den Anteil der Absolventen in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern wieder auf 40 Prozent aller Hochschulabsolventen zu steigern", sagte BDA-Vizepräsident Gerhard Braun dem Handelsblatt.

Die OECD hatte Deutschland unlängst erneut gemahnt, mehr Akademiker auszubilden, um das Wachstum nicht zu gefährden. Allerdings gilt die positive Entwicklung kaum für Naturwissenschaften und Mathematik: Hier legten die Einschreibezahlen lediglich um drei Prozent zu.

Die neu erwachte Nachfrage nach dem Ingenieurstudium könnte jedoch durchaus der Beginn einer Welle sein, sagte Brigitte Göbbels von der Hochschulrektorenkonferenz: "Die Experten gehen davon aus, dass da noch Luft drin ist." Jetzt gehe es darum, Schüler mit mathematischen Interessen speziell zu fördern und vor allem genügend von ihnen bis zur Hochschulreife zu bringen. Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Ingenieure an allen Studenten in Deutschland zwar sehr hoch - das hilft aber nicht viel, weil nur ein relativ kleiner Teil der Schüler eine Hochschulreife erwirbt und nur jeder fünfte einen Hochschulabschluss.

An den Kapazitäten der Hochschulen scheitert es jedenfalls nicht, versichert Göbbels. Denn anders als in vielen anderen Fächern, in denen ein Numerus clausus den Zugang versperrt, haben die Ingenieurwissenschaften seit Jahren Mühe, ihre Studienplätze zu füllen. "Es gibt zwar formale Hürden, de facto bekommt man aber auch mit einer Abiturnote drei oder schlechter noch einen Platz."

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