Studie: Ärzte mit Gesundheitssystem zufriedener als Patienten

Studie
Ärzte mit Gesundheitssystem zufriedener als Patienten

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland beurteilen das deutsche Gesundheitswesen einer Studie zufolge weitaus positiver als die Patienten.

HB GÜTERSLOH. 64 Prozent der Mediziner, aber nur knapp die Hälfte der Versicherten sind nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung der Ansicht, die Qualität der medizinischen Behandlung müsse nicht weiter verbessert werden. Nur 45 Prozent der Mediziner, jedoch 70 Prozent der Patienten halten Versicherungsbeiträge und Zuzahlungen für zu hoch. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „Gesundheitsmonitor“ der Stiftung hervor.

Laut Studie nehmen nur gut die Hälfte der Mediziner, aber 65 Prozent der Patienten Unterschiede in der Qualität einzelner Ärzte wahr. 30 Prozent der befragten Mediziner waren der Ansicht, es müsse mehr moderne medizinische Behandlungen und Dienstleistungen geben, bei den Patienten waren es immerhin 54 Prozent. Weitgehend einig seien sich Ärzte (70 Prozent) und Patienten (77 Prozent) in der Einschätzung, nicht alle Bürger hätten die gleichen Möglichkeiten einer guten medizinischen Versorgung.

Nach Einschätzung der Stiftung müssten die bei Ärzteprotesten erhobenen finanziellen Forderungen vor allem das Ziel haben, das Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten. „Wenn die Bürger andere Defizite wahrnehmen als die Leistungserbringer, so muss man die Qualität möglichst objektiv messen und auch Teile der Vergütung daran orientieren“, sagte Jan Böcken, Projektleiter der Stiftung. „Erst dann kann eine Erhöhung der Vergütung seitens der Versicherten nachvollzogen werden. Ein Großteil der Bevölkerung kann das nämlich nicht wirklich nachvollziehen.“

Tausende von Ärzten hatten bei Kundgebungen gegen Kürzungen im Gesundheitswesen protestiert. Der Vorsitzende der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, kritisierte, die Honorare der Kassenärzte seien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, es drohten Praxis- Schließungen und Entlassungen.

Seit 2001 befragt die Gütersloher Stiftung zwei Mal jährlich 1500 Versicherte und ein Mal im Jahr etwa 500 Ärzte für den so genannten „Gesundheitsmonitor“. Insgesamt wurden mittlerweile knapp 15 000 Patienten befragt.

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