Studie
Arbeitnehmer lehnen Rente mit 67 ab

Die Deutschen haben einer aktuellen Studie zufolge eine eindeutige Meinung zur geplanten Heraufsetzung des Rentenalters auf 67. Die Deutschen wollen demanch am liebsten selbst entscheiden, wie lange sie arbeiten. Dabei wären sie auch bereit finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen.

HB GÜTERSLOH. Die Pläne für eine Rente mit 67 stoßen bei den Arbeitnehmern auf wenig Akzeptanz. Lediglich fünf Prozent sind bereit, zur Sicherung der Rentenzahlungen länger zu arbeiten, wie aus einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Danach gehen 71 Prozent der Befragten davon aus, dass sie nach dem Renteneintritt dazu verdienen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Der Studie zufolge möchten die meisten Arbeitnehmer selbst entscheiden, wann sie in den Ruhestand gehen: 61 Prozent wünschen sich ein flexibles Renteneintrittsalter zwischen 60 und 67 Jahren. Dabei wären sie auch bereit, bei vorzeitigem Ruhestand finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen. Mehr als zwei Drittel der Befragten möchten sich im Ruhestand gesellschaftlich engagieren.

Während Experten zweifeln, ob tatsächlich alle Menschen bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten können, sehen sich 94 Prozent der befragten Arbeitnehmer selbst in Sachen Beschäftigungs- und Lernfähigkeit in der Verantwortung. Rund zwei Drittel (62 Prozent) sprachen dem direkten Vorgesetzten und der Unternehmensleitung eine Mitverantwortung zu. Mehr als zwei Drittel wünschten sich von Vorgesetzten eine stärkere Anerkennung ihrer Leistungen, um motiviert bis zum 65. Lebensjahr arbeiten zu können.

Nur 11 Prozent gaben an, mit dem Erreichen des Rentenalters überhaupt nicht mehr arbeiten zu wollen. Die Mehrheit dagegen wolle aktiv bleiben, hieß es. 21 Prozent wollten weiter ganztags arbeiten, fast die Hälfte wünscht sich eine Teilzeitbeschäftigung.

Auch nach der Berufszeit dazu verdienen

Angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland seien künftig „längere Tätigkeitsbiografien“ zwingend notwendig, sagte Stiftungsvorstand Johannes Meier. Das Alter der Menschen dürfe nicht über ihre Beschäftigungschancen und die Teilnahme am sozialen Leben entscheiden. „Die hohe Bereitschaft der Erwerbstätigen, sich bis ins Alter beruflich und gesellschaftlich zu engagieren, sehen wir als Hinweis für die Entwicklung einer neuen Kultur der Altersbeschäftigung.“

Als „besonders bemerkenswert“ bezeichnete es die Stiftung, dass 71 Prozent der Befragten es schon heute für notwendig halten, nach der Berufszeit dazu zu verdienen. Je jünger die Arbeitnehmer, desto höher schätzten sie den wirtschaftlichen Zwang zur Arbeit im Rentenalter ein, hieß es: 82 Prozent der 35- bis 39-Jähren hielten dies für realistisch, für Befragte zwischen 50 und 55 Jahren seien finanzielle Gründe weniger wichtig (64 Prozent).

Im Ruhestand wollen sich die Deutschen laut Befragung vor allem um Familie und Freunde (98 Prozent) und Hobbys (95 Prozent) kümmern. Mehr als zwei Drittel wollen sich gesellschaftlich engagieren, 44 Prozent wünschen sich eine Nebenbeschäftigung.

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