Studie der Böckler-Stiftung
Deutscher Mindestlohn hinkt europaweit hinterher

Gleich 16 EU-Länder haben den Mindestlohn zu diesem Jahr angehoben. Im Vergleich liegt Deutschland mit 8,50 Euro „am unteren Rand der westeuropäischen Spitzengruppe“. Den höchsten Lohn zahlt in Europa ein Zwergenstaat.
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DüsseldorfEin Mindestlohn von 8,50 Euro – mit dieser Forderung hat die SPD Wahlkampf gemacht. In den Koalitionsverhandlungen mit der CDU konnten die Genossen ihr Lieblingsprojekt durchsetzen. Nun sonnt sich Arbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem Mindestlohn-Gesetz und wehrt Kritik an einer überbordenden Bürokratie und Betrugsversuchen einzelner Branchen ab. „Es ruckelt sich da noch einiges zurecht“, sagte Nahles in der Sendung von „Günther Jauch“.

Deutschland hat mit dem Gesetz nun eine Lohnregelung eingeführt, die in den meisten europäischen Ländern längst Usus ist. Allerdings liegt Deutschland mit 8,50 Euro noch „am unteren Rand der westeuropäischen Spitzengruppe“ wie eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt.

Zumal die meisten EU-Länder ihren gesetzlichen Mindestlohn der Studie zufolge zu Beginn diesen Jahres noch einmal angehoben. In 16 Staaten sei die gesetzliche Lohnuntergrenze zum 1. Januar gestiegen, erklärte die Hans-Böckler-Stiftung mit Verweis auf die Studie. Der höchste Mindestlohn wird demnach in Luxemburg bezahlt, wo er zu Jahresbeginn um 0,2 Prozent auf 11,12 Euro kletterte. Den zweithöchsten Mindestlohn gibt es mit 9,61 Euro in Frankreich, was einem Zuwachs von 0,8 Prozent entspricht. Auch andere deutsche Nachbarn hoben ihre Lohnuntergrenze an, darunter die Niederlande auf 9,21 Euro und Belgien auf 9,10 Euro.

„Die Erhöhungen fielen überwiegend etwas stärker aus als in den Vorjahren“, erklärte Tarifexperte Thorsten Schulten von der Hans-Böckler-Stiftung. „Da gleichzeitig die Inflation sehr niedrig war, legten die Mindestlöhne in den meisten EU-Ländern auch real zu.“

Insgesamt gilt in 22 der 28 EU-Staaten ein gesetzlicher Mindestlohn. Deutschland ist als vorerst letzter Staat hinzugestoßen. Anfang 2017 könnte auch der deutsche Mindestlohn angehoben werden. Darüber entscheidet eine eigene Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Henning Voscherau, in der Arbeitgeber und Gewerkschaften vertreten sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Den Mindestlohn in seiner derzeitgen armseligen Höhe she ich von einer ganz anderen Seite. Er wurde hauptsächlich geschaffen , um die Aufstocker zu reduzieren und somit die öffentlichen Kassen zu entlasten. Jeden Euro mehr den der Aufstocker Lohn bekommt, spart das Amt. Eine dringend notwendige Verschiebung der Lohnkosten auf den Arbeitsmarkt.
    Gelobt sei Argenda 2010???


    Schönen Abend noch.

  • Ein Mindestlohn muss erst einmal in den unterschiedlichen Wirtschaftszonen in der BRD erwirtschaftet werden, bevor dieser an die Mitarbeiter ausgezahlt werden kann. Liegt der Mindestlohn also höher als die Wirtschaftsleistung einer Unternehmung, dann geht diese Unternehmung früher oder später den Bach hinunter. Und es trifft als erst immer die Unternehmungen, die auf einen niedrige Arbeits- und Energiekosten angewiesen sind. Großunternehmen und die Industrie können diese Arbeits- und Energiekosten noch einigermaßen in ihrer Kalkulation unterbringen. Aber auch hier gilt....zuviel an Arbeits- und Eenergiekosten sind des Unternehmertod in Wirtschaftstandort Deutschland.
    Das Handwerk, der Kleinbetrieb und der Mittelstand wird die Auswirkung von steigenden Lohn- und Energiekosten (EEG) immer stärker zu spüren bekommen und auch wir als Endverbraucher werden uns immer weniger durch immer mehr an Abgaben und Steuern in Deutschland leisten können. Dank EEG, ESM und auch Mindestlohn.

  • bislang sind die Osteuropäer zur Spargel- und Gurkenernte zu uns gekommen und haben hier gut verdient. Das rechnet sich jetzt für viele Landwirte nicht mehr. Die Arbeitsplätze werden sich in die bisehrigen Herkunftsländer verlagern. Dort werden dann die gleichen Arbeiter die Arbeite erledigen, aber weniger verdienen.

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