Studie der OECD
Deutschland bleibt beim Abkassieren Spitze

Arbeit ist in Deutschland immer noch viel stärker mit Steuern und Sozialabgaben belastet als in anderen Ländern. Vor allem Geringverdiener und Alleinerziehende haben hohe Abgaben, beklagt die OECD in einer Studie.
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Berlin/ParisDeutschland nimmt bei der Steuer- und Abgabenlast für Arbeitnehmer weiter einen Spitzenplatz unter den Industrieländern ein. Zwar sank die Belastung nach jüngsten Berechnungen der OECD zuletzt spürbar. Insgesamt werde der Faktor Arbeit in Deutschland aber noch immer deutlich stärker mit Sozialabgaben und Steuern belastet als in den meisten anderen OECD-Ländern, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris mit.

Besonders alleinstehende Geringverdiener und Alleinerziehende werden demnach stärker zur Kasse gebeten als in vielen anderen Ländern. So beliefen sich in Deutschland im Jahr 2010 Steuern und Sozialabgaben für einen alleinerziehenden Geringverdiener mit zwei Kindern auf 29,7 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber). Die Abgabenlast liege damit um 13,9 Prozentpunkte über dem OECD-Schnitt von 15,8 Prozent, rechnen die Experten vor.

In der Rangliste mit den Ländern mit der höchsten Gesamtabgabenlast 2010 liegt Deutschland bei unverheirateten Arbeitnehmern mit Durchschnittsverdienst auf Rang drei hinter Belgien und Frankreich. Von 100 Euro Arbeitskosten bleiben nach Abzug der Abgaben in der Bundesrepublik gerade einmal 51 Euro übrig. Bei einem Verheirateten mit zwei Kindern sind es rund 67 Euro. In dieser Rangliste liegt Deutschland auf Platz zwölf und deutlich näher am OECD-Schnitt.

Die OECD hat die hohen Sozialabgaben wiederholt als beschäftigungsfeindlich kritisiert. Die Sozialsysteme könnten stärker über Steuern etwa auf Konsum und Grundbesitz finanziert werden, schlug die Organisation im Vorjahr vor.

Als positiv werteten die Autoren der OECD-Studie dennoch die Entwicklung. Die Bundesrepublik habe 2010 erneut zu den Ländern gehört, in denen die Steuer- und Abgabenlast stärker gesunken sei als im OECD-Schnitt. Für einen durchschnittlichen unverheirateten Angestellten ohne Kinder reduzierte sich die Gesamtbelastung demnach um 1,8 Prozentpunkte. Nur in Ungarn sank sie noch stärker.

Hintergrund der Entlastung in Deutschland waren laut OECD höhere Kinderfreibeträge und eine leichte Anpassung des allgemeinen Steuerfreibetrages. Auf mittlere Sicht hätten allerdings vor allem kinderlose Spitzenverdiener von den Entlastungen der vergangenen Jahre profitiert. Als deutschen Durchschnittslohn hat die OECD für das Jahr 2010 einen Bruttojahresverdienst von 41.750 Euro unterstellt. Die Zahl lag etwas höher als 2009 (40.929 Euro).

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Deutschen sind ja auch das Sozialamt der Welt. Frau Merkel ist der Meinung: Die Schulden müssen unbedingt verdreifacht werden.

  • Die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen bewegen sich bei ca. 5%. Das ist noch ziemlich moderat im Gegensatz zu sonstigem Unsinn in usnerem Land.
    Und trotzdem könnte man die Verwaltungskosten der Kassen senken, indem man mal ein paar Kassen abschafft

  • Wie hoch sind denn die "Unsummen der Krankenkassenverwaltungen im Vergleich zu den Ausgaben für Afghanistan oder den Dividendenausschüttungen der Dax-Konzerne (also die Ausgaben der Arbeitnehmer für die Aktionäre)?

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