Studie des IGES-Instituts
Ostdeutschland gibt mehr für Arzneimittel aus

Wieviel Medikamente ein gesetzlich Krankenversicherter braucht hängt weniger vom individuellen Gesundheitszustand ab. Ausschlaggebend ist vielmehr, im Einzugsgebiet welcher Kassenärztlichen Vereinung der Patient lebt. Das Ergebnis einer Studie des IGES-Institut könnte ein Indiz dafür sein, dass wichtige neue Medikamente den Patienten alleine aus Kostengründen vorenthalten werden.

Der Arzneimittelverbrauch pro Einwohner liegt in der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern mit 658 Tagesdosen um fast zwei Fünftel höher als in Baden-Württemberg. Das lässt sich nur zum Teil durch Unterschiede im Altersaufbau und bei der Krankheitsrate erklären. Denn rechnet man diese heraus (in der untenstehenden Grafik nicht berücksichtigt), gibt Mecklenburg-Vorpommern über 15 Euro pro Kopf mehr für Arzneimittel aus als der Bundesdurchschnitt von 422 Euro. Die gesünderen und jüngeren Baden-Württemberger liegen dann sogar um über 20 Euro über dem Durchschnitt. Am „billigsten“ werden die Versicherten in Brandenburg und Bremen (34 bzw. 22 Euro unter dem Durchschnitt), am teuersten die in Hamburg (27 Euro über Durchschnitt) versorgt.

Grund für die Unterschiede ist allein die unterschiedliche Arzneimittelpolitik der KVen. Dies zeigt sich auch beim Einsatz neuer teurer Medikamente. Deren Anteil liegt (ohne Spezialmedikamente für Krankheiten wie Krebs oder Aids in Bremen mit 0,54 Prozentamniedrigsten. Interessant ist, dass die Nachfrage nach Innovationen stark steigt, wenn Patente auslaufen und in der Folge auch die Preise stark sinken. Für den Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller ist dies ein Indiz dafür, dass wichtige neue Medikamente den Patienten alleine aus Kostengründen vorenthalten werden. Dagegen sagen die Krankenkassen, viele der neuen Präparate seien nicht besser als ältere billigere Medikamente. Insgesamt stiegen die Ausgaben der Kassen für Fertigarzneien 2008 um 4,1 Prozent oder rund 1,1 Mrd. Euro. Ohne die neuen Rabattverträge wären es 345 Mio. Euro mehr gewesen.

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