Studie
Energiewende belastet vor allem ärmere Haushalte

Immer auf die Kleinen: Die Kosten für die Energiewende lasten überproportional auf den Schultern der Geringverdiener, stellt das Forschungsinstitut IW Köln fest. IW-Chef Michael Hüther nennt eine Alternative.
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DüsseldorfGerecht ist anders: 1,3 Prozent ihres Einkommens müssen die ärmsten zehn Prozent der deutschen Bevölkerung für den Ausbau von Windkraft, Solaranlagen und Co. bezahlen. Die reichsten zehn Prozent hingegen belastet die sogenannte EEG-Umlage nur mit 0,2 Prozent ihres Verdienstes. Das stellte das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer heute vorgestellten Studie fest.

Das liegt daran, dass sich der Stromverbrauch mit steigendem Einkommen kaum verändere, sagte IW-Institutsleiter Michael Hüther. Bei einem mehr als sechsmal so hohen Einkommen seien die Stromkosten nur um rund ein Viertel höher. Für die ärmere Hälfte liegt die EEG-Umlage pro Kopf bei knapp 6 Euro, die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung zahlten 7,20 Euro.

Auch Sozialverbände kritisieren die durch Abgaben und Steuern steigenden Stromkosten und warnten bereits vor "Energiearmut".

Hüther schlägt deshalb vor, die Kosten für die Energiewende durch Steuerfinanzierung zu stemmen, und die EEG-Umlage, die pauschal auf den Strompreis pro Kilowattstunde aufgeschlagen wird, abzuschaffen. "Dies wäre beispielsweise durch eine Erhöhung des Solidaritätszuschlags von 5,5 auf 12,5 Prozent möglich", sagt Hüther. In dieser Form wäre die Kostenbelastung durch die Energiewende prozentual abhängig von der Höhe des Einkommens.

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Einspeisevergütungen lange Zeit zu hoch gewesen

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  • hat schon jemand gerechnet was das aufladen kostet für die e-Autos da scheint der Nutzwert anderst gerechnet zu werden als beim einsetzen von wärme in gut isolierten häuser noch eins drauf wir verbrennen oel und gas und lassen uns von dummen Politiker (wir wählen sie ja selbst) vorschreiben welche weise die bessere ist danke dummer deutscher bürger dem es immer noch zu gut geht und glaubt dass den armen mit harzIV doch eh auf seine kosten geholfen wird.

  • Nach Abschaltung der AKW können wir leider nicht mehr die bösen Atomkonzerne für die 'Wende bezahlen lassen. Das ist immer das Dumme am Sozialismus, wie schon Thatcher bemerkte - früher oder später geht den Gutmenschen das Geld anderer Leute aus, das sie so gern verwenden um ihre guten Taten zu vollbringen.

  • Strom ist ein "Luxusgut"
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    Deshalb wird auf die Strom- und "Öko"steuer auch noch 19% MwSt. aufgeschlagen; also eine Steuer auf die Steuer.

    "Das Institut sprach sich für eine Finanzierung des Ökostroms aus Steuermitteln aus. "Dafür könnte ein Energie-Soli eingeführt werden", sagte IW-Chef Michael Hüther."

    "EU-Energiekommissar Günther Oettinger forderte Deutschland auf, das Tempo der Energiewende zu drosseln und sich beim Netzausbau mit den europäischen Nachbarn abzustimmen. Er sprach sich für eine Generalüberholung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) aus. Er sprach sich im ARD-Morgenmagazin gar für eine "Geschwindigkeitsbegrenzung" bei der Energiewende aus."

    Da werden aber unsere "Grünlinge" aber aufjaulen!
    Sie wollen doch diese "sogenannte" Energiewende, aber
    keine(n) Strommast/Windmühle in ihrem Vorgarten. Sie sind auch gegen Pumpspeicherwerke im Schwarzwald und Windmühlen auf Sylt.

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