Studie
Frauen verdienen fast 30 Prozent weniger

Nach einer neuen Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln beträgt die generelle Lohnlücke zwischen Frauen und Männern fast 30 Prozent. Basis dafür sind Daten von 22 000 Personen aus dem Sozioökonomischen Panel für das jahr 2008. Das ist ein deutlich höherer Wert als der des statistischen Bundesamtes.
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BERLIN. Das statistische Bundesamt hatte den "gender pay gap" genannten Abstand bisher auf 23 Prozent beziffert. Der Unterschied ergibt sich vor allem dadurch, dass die amtlichen Statistiker keine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern erfassen, erläutert IW-Expertin Christina Anger. In kleinen Betrieben sind die Lohnunterschiede im Schnitt größer.

Wird genauer differenziert, reduziert sich die Lücke: Bei gleicher Qualifikation, Berufserfahrung, Unternehmensgröße und beruflichem Status beträgt der Abstand nach IW-Berechnung noch 13 Prozent.

Ein weiterer, hier noch nicht berücksichtigter Faktor für eine schlechtere Bezahlung sind vielfach Auszeiten, die Frauen in der Regel für Kinder nehmen. Wenn sie wieder einsteigen, haben sie Gehaltserhöhungen verpasst oder tun sich jahrelang schwerer, solche durchzusetzen. Dabei gilt: Je länger Frauen aussteigen, desto höher ist der Abschlag beim Gehalt.

Wer spätestens nach anderthalb Jahren wieder an Schreibtisch oder Werkbank zurück kehrt, muss gegenüber durcharbeitenden Männern im Schnitt nur noch eine Lohnlücke von vier Prozent in Kauf nehmen. Bei denen, die anderthalb bis drei Jahre der bezahlten Arbeit fern bleiben, klettert der Wert schon auf rund neun Prozent, sagt IW-Expertin Anger. Für die Gruppe derer, die noch länger aussteigen, sind es sogar fast 19 Prozent. Hierzu zählen aber auch Frauen, die erst nach zehn oder 20 Jahren wieder einsteigen. Dazu passt die Tatsache, dass die Lohnlücke in Ostdeutschland kleiner ist: Da es weit mehr Kindergartenplätze gibt als im Westen, können Frauen schnell wieder arbeiten.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Studie: Frauen verdienen fast 30 Prozent weniger"

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  • Als informatikerin lag die Gehaltsdiskriminierung bei mir über 60%.

    Jahrelang ist man fast nahezu kostenfreier Praktikant, anschließend wird man in vorgetäuschter leiharbeit verheizt.

    Und das hat weder etwas mit Auszeiten noch mit Kindern zu tuen.

    Die Diskriminierung ist geplant und wohlweislich ausgebeutet worden. Die Mobbingattacken dienen dazu, Frauen in die berufsunfähigkeit zu treiben.

    Anschließend sollen sie als Medikamentenopfer in der Psychatrie missbraucht werden.

    Sehen Sie die zahlreichen Kommentare und das Schweigen also die Leute die nicht kommentieren hier im Hb dazu an.
    Dann wissen Sie was die Wahrheit ist hier in bRD.

    Mariana MAyer. seit 6 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingattacken arbeitslos, frauen werden diskriminiert und ausgebeutet, wie soviele andere hier in Deutschland, ein paar wenige profilieren auf den Kosten anderer menschen.

    Schauen Sie, wie der GDL Streik gelöst wurde vor ein paar jahren bei blog Prof. Hüther, doch dies wurde gelöscht. ich war damals und zwar von mir gesteuert der ausschlaggebende Moment, weil dies die bahnsicherheit gefährdet hat.
    Daimler und viele andere haben davon profitiert.

    Mein Einkommen beträgt 0 Euro seit 5 Jahren und ich werde systematisch vom berufsleben ausgegrenzt bin in keiner Sozialversicherung.

    Naziarbeitsmethoden so wie ich sie von klein auf gewöhnt bin hier in Deutschland. Meine Eltern und Großeltern sowie Anverwandten waren nicht in den Parteien und wir wurden systematsich ausgegrenzt und benachteiligt, bis heute.

  • Jeder Unternehmer ist dumm, der noch Männer einstellt, wenn es Frauen gibt, welche die gleiche (!) Arbeit billiger machen! Da die Unternehmer alle sehr gut betriebswirtschaftlich rechnen können, sonst würde es ihr Unternehmen nicht sehr lange geben, kann da irgendetwas nicht stimmen?! Zudem dürfte es dann keine arbeitslosen Frauen geben. Einfach mal etwas länger darüber nachdenken...

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