Studie im Auftrag der WHO
Tabaklobby spielt Einfluss bei Nichtraucherschutz aus

Im Umweltschutz nimmt Deutschland zwar international eine Führungsrolle ein, doch was den Nichtraucherschutz angeht, hinkt die Politik stark hinterher. Dies hat laut Medienberichten eine Studie der University of California ergeben. Schuld daran sei die Tabakindustrie.

HB BERLIN. Die Tabakindustrie verhindert offenbar in Deutschland mit starkem Einfluss auf die Politik den Nichtraucherschutz. Eine Studie der University of California im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) komme zum Schluss, dass die Tabakbranche bis heute deutlichen Einfluss auf die Gesundheitspolitik in Deutschland habe und den effektiven Schutz von Nichtrauchern mit Lobbyarbeit verhindert habe, schreibt die „Berliner Zeitung“.

„Obgleich Deutschland im Umweltschutz international eine Führungsrolle einnimmt, hat es die Tabakindustrie in Deutschland erfolgreich verstanden, die Umsetzung der Erkenntnisse über die Schädlichkeit des Passivrauchens in wirksame Gesundheitspolitiken zu verhindern“, zitiert die Zeitung aus der Studie. Die Tabakindustrie habe dazu mit Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern zusammengearbeitet und in den 70er Jahren „ein ausgeklügeltes PR-Programm“ eingeleitet, das seitdem still arbeite und Regierungshandeln zum Schutz der Bürger verhindere. Inzwischen sei Deutschland eines der wenigen Industrieländer, in denen es nur geringe Einschränkungen für Raucher gebe und die Position der Tabakindustrie nach wie vor als legitimes Interesse wahrgenommen werde.

Der Verband der Cigarettenindustrie wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Wir haben bestimmt keine ausgeklügelte Strategie, um die Gesundheitspolitik zu beeinflussen. Aber wir vertreten natürlich die Interessen der Tabakindustrie, so wie andere Verbände dies auch tun“ teilte ein Sprecher demnach mit. „Wir haben Forscher nie bestochen.“

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