Studie
Immer mehr Vollzeitbeschäftigte pendeln

Immer mehr Berufstätige in Deutschland pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz – und sparem damit oft bares Geld.

HB NÜRNBERG. Zwischen 1995 und 2005 ist der Anteil der Berufspendler an den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten von 31 Prozent auf rund 40 Prozent gestiegen, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Die Tendenz, Wohnort und Arbeitsplatz in unterschiedlichen Kreisen zu haben, sei weiter steigend, erklärten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.

Demnach gibt es vor allem unter den hochqualifizierten Arbeitnehmern viele Berufspendler sowie zwischen Ost und West und rund um Ballungsräume. Zwar sei die absolute Pendlerzahl zwischen 1995 und 2005 von sieben Millionen auf 6,8 Millionen gesunken, Grund dafür sei aber der generelle Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Jobs, hieß es.

„Im Vergleich zum Wohnortwechsel ist Pendeln häufig die günstigere Alternative, um die eigene Arbeitsmarktsituation zu verbessern“, sagen die Arbeitsmarktforscherinnen Anette Haas und Silke Hamann. Zudem stärkten Pendler ihre Heimatregion, da sie dort die Güternachfrage erhöhten und bei einer Besserung der Arbeitsmarktlage lokal ansässigen Firmen als Arbeitskräfte zur Verfügung stünden. Die Abwanderung von gut qualifizierten Beschäftigten schwäche dagegen die Region meist dauerhaft.

Der Studie zufolge gibt es weiterhin einen großen Pendlerstrom von Ost nach West. Während im Jahr 2005 etwa 366 000 Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in den Westen fuhren, traten nur 77.000 Westdeutsche den umgekehrten Weg an. Im Jahr 2006 pendelten 295 000 Menschen mehr von Ost nach West als umgekehrt.

Besonders entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze sei der Pendlersaldo sehr hoch, erklärten die Wissenschaftler. Arbeitnehmer könnten dort ihre vergleichsweise günstigen Wohnsitze im Osten behalten und dabei ohne hohe Fahrtkosten von höheren Westlöhnen profitieren.

Doch auch große Städte wie Hamburg, München, Leipzig oder Ballungsräume wie das Ruhrgebiet sind der Studie zufolge wichtige Pendlermagneten. Vor allem in den westlichen Bundesländern entdeckten die Forscher zudem den Trend, dass sich rund um größere Städte neue Produktions- und Dienstleistungsstrukturen bildeten, die ebenfalls Pendler anziehen.

Besonders unter Hochqualifizierten gibt es den Forschern zufolge viele Berufspendler. Im Westen sei dieser Trend immer noch stärker als im Osten, hieß es. Große Städte böten gerade Höherqualifizierten attraktive Arbeitsplätze. Für Geringqualifizierte dagegen gingen die Jobchancen weiter zurück und ihr Anteil an der Gruppe der Pendler nehme ab.

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