Studie
Internetnutzung: Wo Onliner und Offliner sitzen

Eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland zeigt der (N)onliner Atlas 2009. Ob Einkommen, Alter, Geschlecht oder Bildung – die Nutzung des Internets fällt in der Bundesrepublik je nach Region äußerst unterschiedlich aus. Außerdem gibt es da noch die bekennenden Offliner. Hier die jeweiligen Rankings nach Bundesländern.

Fast 70 Prozent der Deutschen nutzen inzwischen das Internet, also rund vier Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21. Den Spitzenplatz belegt Bremen, wo 74,2 Prozent Onliner angesiedelt sind. Damit wird Berlin auf Platz zwei verdrängt. Neben den drei Stadtstaaten - Bremen, Berlin, Hamburg - haben Baden-Württemberg und Hessen bei der Internet-Nutzung die Nase vorn. Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt mit 60,7 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Der Atlas belegt zudem ein Stadt-Land-Gefälle.

Dennoch hat das Internet in Deutschland eine rasante Entwicklung genommen. Zu Beginn der repräsentativen Befragungen im Jahr 2001 nutzten es erst 37 Prozent der Bevölkerung. Bis heute hat sich die Zahl fast verdoppelt.

Der (N)Onlinern Atlas 2009 diagnostiziert sowohl ein Altersgefälle als auch Unterschiede in der Nutzung nach Geschlecht und Bildungsgrad. In der Altersgruppe bis 40 nutzen bis zu 95 Prozent der Befragten das Internet. Zwischen 40 und 50 Jahren sind es 67 bis 81 Prozent. Ab 60 Jahren geht nur noch knapp die Hälfte der Bundesbürger ins Netz, ab 70 Jahren nur noch ein Fünftel. Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, das Saarland und Rheinland-Pfalz weisen die niedrigsten Werte im Bundesgebiet für die Onliner der Generation 50 plus. Die Werte für Bremen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sind im Vergleich dazu deutlich höher. Allerdings holt die Generation 60 plus insgesamt auf: Im Vergleich zu 2008 gingen sieben Prozent mehr Senioren „online“.

Neben den „Best Agern“ gibt es weitere, im Internet bislang unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit formal einfachem Bildungshintergrund oder Personen in Haushalten mit geringem Einkommen. In beiden demographischen Gruppen wächst der Onliner-Anteil im Jahresvergleich erfreulicherweise überdurchschnittlich. So steigt der Onliner-Anteil von Personen in Haushalten mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 EUR um 6,1 Prozentpunkte auf nunmehr 47 Prozent an, damit ist jedoch dort noch nicht einmal jeder Zweite online. Dagegen sind Personen in Haushalten mit Monatseinkommen von 3.000 EUR und mehr zu 89,4 Prozent Internetnutzer.

Beim „Surfen“ zeigt sich zudem noch immer eine Abhängigkeit vom Geschlecht. Mit einem Bundesdurchschnitt von 76,1 Prozent sind 2009 über drei Viertel der Männer online. Bremen setzt sich hier an die Spitze. Auf Platz zwei folgt Baden-Württemberg. Berlin fällt auf den dritten Platz zurück. In den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und im Saarland ist der Onliner-Anteil der Männer am geringsten.

Der Onliner-Anteil der Frauen steigt in diesem Jahr auf 62,4 Prozent und durchbricht damit die 60-Prozent-Marke. Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg bilden bei den Frauen die Hochburgen der Internetnutzung. Die mit Abstand niedrigste Internetnutzung der Frauen verzeichnet Sachsen-Anhalt. Das Saarland ist nicht wesentlich besser.

Doch auch der Bildungsstand ist laut (N)Onliner Atlas ausschlaggebend. Aktuell sind im Bundesdurchschnitt 52,7 Prozent der Befragten mit einfacher formaler Bildung Onliner. Durch ein Wachstum von über fünf Prozent wird aber auch in dieser Bevölkerungsgruppe 2009 die 50-Prozent-Marke überschritten. Besonders hohe Anteile verzeichnen Bremen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Die geringsten Anteile weisen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen auf. Allerdings konnten Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen in diesem Jahr den Abstand zum Mittelfeld verringern.

Ein Online-Anteil von 70 Prozent bedeutet jedoch auch, dass fast jeder Dritte noch gar nicht im Internet surft. Derzeit planen gut vier Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren, innerhalb der nächsten zwölf Monate das Internet zu nutzen. Die höchsten Werte bei der Nutzungsplanung erzielen Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. In diesen Bundesländern ist im nächsten Jahr mit dem größten Wachstumspotenzial zu rechnen.

Doch es gibt auch Offliner, also Nichtnutzer, die es auch in den nächsten zwölf Monaten bleiben wollen. Ihr Anteil liegt nun bei 26,6 Prozent, also nur noch etwa jeder Vierte gehört zu den Internet-Abstinenzlern.

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