Studie
Jeder Dritte fürchtet Gesundheitsschäden durch Arbeit

Nicht nur Burn-out und Rückenschmerzen: Nach einer aktuellen Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, sieht jeder dritte Berufstätige seine Gesundheit durch die Bedingungen am Arbeitsplatz gefährdet.
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BerlinAuch wenn Arbeit inzwischen meistens im warmen Büro und nicht mehr in gefährlichen Fabrikhallen stattfindet: Viele Deutsche fürchten im Job um ihre Gesundheit. 31 Prozent der berufstätigen Befragten sagten bei einer Studie, die der Bundesverband der Arzneimittelhersteller im Rahmen seines regelmäßig erscheinenden Gesundheitsmonitors in Auftrag gegeben hat, sie seien durch ihre Arbeitsbedingungen in ihrer Gesundheit gefährdet. Und das ist mehr als eine bloße Meinungsäußerung oder ein subjektives Empfinden. Vielmehr häufen sich der Untersuchung zu Folge gerade bei diesem Drittel der Beschäftigten auch die Krankschreibungen.

Drei Viertel der repräsentativ ausgewählten Interviewten, die auf die Frage „Fühlen Sie sich durch ihre Arbeit in ihrer Gesundheit gefährdet“ mit Ja antworteten, waren in den vergangenen 12 Monaten mindestens einen Tag krankgeschrieben. 25 Prozent sogar länger als eine Woche. Dagegen waren 75 Prozent der Beschäftigten, die wegen ihres Jobs keine Angst um ihre Gesundheit haben, binnen eines Jahres gar nicht oder nur für wenige Tage krankgeschrieben.

Die Furcht durch Arbeit krank zu werden, nimmt dabei ab, je zufriedener der Mitarbeiter mit den Arbeitsinhalten ist. Bei den Unzufriedenen haben über 40 Prozent Angst um ihre Gesundheit. Bei den Zufriedenen sieht allerdings auch noch immerhin jeder Fünfte die Belastungen im Job als gesundheitsschädlich an. Ein deutliches Alarmsignal für Arbeitgeber, sagt Lutz Boden, Experte für den Gesundheitsmarkt beim BAH.

Wenig überraschend ist der Befund, dass vor allem Bezieher niedriger Einkommen Angst um ihre Gesundheit haben. Am  größten ist die Furcht, durch Arbeit krank zu werden zudem im Alter zwischen 40 und 59. Dies ist auch die Lebensphase, in der sich nach den Statistiken der Krankenkassen die Arbeitsausfälle wegen Krankheit häufen und vor allem immer länger werden. Kommen Männer bis Alter 40 auf weniger als zehn AU-Tage im Jahr, sind es jenseits der 50 bereits 15 Tage und mehr.

Dabei spielen psychische Störungen, vor allem Depressionen eine immer größere Rolle. Über 40 Prozent der Frührenten wegen Erwerbsunfähigkeit wurden im vergangenen Jahr wegen psychischer Störungen oder einer Erkrankung des Nervensystems bei Männern gewährt. Bei Frauen war die Quote mit 55 Prozent sogar noch höher.

Doch Boden warnt davor beim Thema Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz nur auf die psychischen Belastungen zu gucken, auch wenn diese offenbar zugenommen hätten. Körperliche Belastungen spielten immer noch eine große Rolle. Dafür spricht auch der Befund der Untersuchung das Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss, also ohne Abitur, die vor allem als Facharbeiter oder in  handwerklichen Berufen arbeiten, mit 34 Prozent am häufigsten um ihre Gesundheit fürchten. Bei den Berufstätigen mit Abitur oder Hochschulabschluss haben diese Angst sogar nur 28 Prozent.

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