Studie: Jeder fünfte Ostdeutsche verdient weniger als den Mindestlohn

Studie
Jeder fünfte Ostdeutsche verdient weniger als den Mindestlohn

Laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle verdient fast jeder Fünfte in Ostdeutschland weniger als 7,50 Euro die Stunde. Das ist unter Mindestlohnniveau. Trotzdem warnen die Forscher vor der Einführung einer Lohnuntergrenze.

HB HALLE. Jeder fünfte Beschäftigte in Ostdeutschland hat im vergangenen Jahr weniger als 7,50 Euro pro Stunde verdient. In den alten Bundesländern erhielt dagegen im Durchschnitt nur jeder zwölfte Arbeiter, Angestellte und Beamte weniger als den derzeit diskutierten Mindestlohn. Das ergab eine Auswertung des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). Im Jahr 2000 gehörte in Ostdeutschland noch jeder vierte und im Westen jeder zehnte Beschäftigte zu dieser Gruppe.

In Frankreich erhielten nach Angaben des IWH fast 17 Prozent der Beschäftigten den Mindestlohn von 1254 Euro. In Spanien liege der monatliche Mindestlohn dagegen bei 666 Euro und sei 2005 von weniger als einem Prozent der Arbeitnehmer bezogen worden.

Für Deutschland befürchtet das Wirtschaftsinstitut bei Einführung eines Mindestlohns einen Abbau von Arbeitsplätzen und steigende Preise. „Das führt letztendlich dazu, dass das sozialpolitisch motivierte Ziel von Arbeit mit existenzsichernden Löhnen für alle nicht erreicht wird“, erklärte das IWH.

Ein Stundenlohn von 7,50 Euro entspricht bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden einem Bruttoeinkommen von etwa 1300 Euro.

Um die Ausweitung des Mindestlohns auf weitere Branchen wird derzeit gerungen. Jüngst hatte sich auch die Deutsche Bahn AG offen für Mindestlöhne gezeigt. Auch hier haben private Unternehmen gewarnt, je nach Höhe der verbindlichen Mindestlöhne könnten sie nicht mit dem ehemaligen Staatsmonopolisten konkurrieren.

Das Thema Mindestlohn ist auch das zentrale SPD-Wahlkampfthema in Hessen. Nach Angaben der hessischen SPD hat der Landesverband inzwischen 64 000 Unterschriften für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns gesammelt. Dieser wird von der Union strikt abgelehnt. SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilantisagte, die hessische SPD rechne damit, dass die Zahl der Unterschriften für einen gesetzlichen Mindestlohn bis zum Wochenende auf 100 000 steigen werde.

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