Studie
Kommunen schieben Investitionen vor sich her

Der Investitionsbedarf deutscher Städte und Gemeinden liegt nach einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik bis 2020 bei über 700 Mrd. Euro. Dabei entfällt der größte Anteil entfällt auf Straßen (162 Mrd Euro), Schulen (73 Mrd) und die Abwasserbeseitigung (58 Mrd). Im Moment haben die Kommunen aber noch dringenden Nachholbedarf.

HB BERLIN. Derzeit schieben die Kommunen einen Nachholbedarf von rund 70 Mrd. Euro vor sich her, wie Bau-Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel in Berlin betonte. Der Investitionsstau müsse dringend beseitigt werden. Dies könne vor allem über eine engere Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Investoren geschehen. Die Investitionen der Kommunen waren zwischen 1992 und 2005 wegen leerer Stadtsäckel und oftmals harter Sparkurse deutlich gesunken. Erst mit der besseren Finanzlage im Zuge des Aufschwungs geben die Gemeinden wieder mehr aus. Die Vizepräsidentin des Deutsches Städtetages, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, bekräftigte, dass es einen großen Nachholbedarf gebe, den finanzschwache Städte aber nicht aus eigener Kraft decken könnten. Allerdings dürfe die neue Difu-Studie nicht zu „Horrorszenarien vom Verfall unserer Städte“ führen.

In seiner Studie taxiert das Difu den Investitionsbedarf von 2006 bis 2020 auf 704 Mrd. Euro. Da allerdings die Inflation nicht eingerechnet wurde, könnte der tatsächliche Wert deutlich höher ausfallen. Denn bereits für 2008 und 2009 rechnet Keitel vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mit steigenden Baupreisen. Knapp 60 Prozent des Gesamtbedarfs entfällt nach Difu-Schätzung auf den Ersatz von alter Infrastruktur, gut 30 Prozent auf Erweiterungsinvestitionen. Etwa zehn Prozent mache der aus der Vergangenheit stammende Nachholbedarf aus. Fast die Hälfte dieser 70 Mrd. Euro ließen sich durch Effizienzgewinne aufbringen, sagte Keitel. Deshalb plädierte er für mehr sogenannte Contracting-Modelle, bei denen die Bauindustrie mehr Verantwortung für die Bewirtschaftung öffentlicher Gebäude übernimmt.

Finanziert wurde die Difu-Studie je zur Hälfte vom Bund und von den Branchenverbänden der Bau- und Zementindustrie.

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