Studie
Leiharbeiter verdrängen Stammpersonal

Jeder vierte Betrieb mit Leiharbeitern ersetzt reguläre Jobs – das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Und am Ende könnte der Steuerzahler noch draufzahlen.

HB DÜSSELDORF. Jeder vierte Betrieb, der Leiharbeiter beschäftigt, ersetzt damit einer Umfrage zufolge Stammpersonal. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsmarktstudie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans- Böckler-Stiftung. Befragt wurden mehr als 2000 Betriebsräte in Firmen mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Insgesamt beschäftigten demnach rund 37 Prozent der Unternehmen zwischen 2005 und Herbst 2007 Leiharbeiter, berichtete die Stiftung am Montag in Düsseldorf. Rund 26 Prozent der Betriebsräte in Firmen mit Zeitarbeitern gaben an, in ihrem Betrieb seien hierdurch Stammarbeitsplätze ersetzt worden. Zugleich steigerte mehr als die Hälfte der Betriebe die Zahl der Leiharbeiter.

Nach Ansicht des WSI-Leiters Hartmut Seifert werden Leiharbeiter zwar immer noch für Engpässe bei Auftragsspitzen eingesetzt. Manche Unternehmen benutzten Leiharbeiter aber auch schon als „flexible Quasi-Stammbelegschaft“. Ganz ersetzen könnten die Leiharbeiter reguläre Angestellte nicht.

„Irgendwo gibt es eine Grenze beim Einsatz, bei sehr komplexen Jobs, etwa in der Forschung“, sagte der Arbeitsmarkt-Experte. Der starke Einsatz von Leiharbeitern sei problematisch. „Sie werden nicht in die Weiterbildung einbezogen, erhalten ein niedrigeres Gehalt und werden nur ganz selten von den Entleihunternehmen übernommen“, sagte Seifert. Letztlich seien Leiharbeiter auch eine Belastung für die Steuerzahler, da vielen eine gute Altersvorsorge kaum möglich und sie im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen seien.

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