Studie
Ostdeutschland droht Job-Desaster

In den kommenden zehn Jahren werden strukturschwache Regionen in Deutschland nach einer Studie noch weiter ausbluten. Die Zahl der Erwerbstätigen drohe besonders in Ostdeutschland und in wirtschaftsschwachen westdeutschen Regionen massiv zu sinken, teilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „PricewaterhouseCoopers“ (PwC) am Montag bei der Vorlage einer beim Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) beauftragten Studie mit.
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HB FRANKFURT/MAIN. Demnach werde es 2020 beispielsweise im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) etwa 30 Prozent weniger Erwerbstätige geben als heute, warnen die Wissenschaftler. Gewinnen werden dagegen die westdeutschen Metropolregionen, allen voran der Landkreis München, für den ein Beschäftigtenplus um etwa 20 Prozent erwartet wird.

Aber auch in Ostdeutschland gehen nach der Studie nicht überall Stellen verloren: Arbeitsplätze hinzugewinnen werden dort vor allem Potsdam (plus 20 Prozent), aber auch Leipzig und Dresden sowie touristisch geprägte Kreise wie Bad Doberan (je rund zehn Prozent).

Insgesamt erwartet das HWWI Beschäftigungsverluste in 158 der 413 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Betroffen seien die Mehrzahl der ostdeutschen Kreise (63 von 87), aber auch knapp 30 Prozent der Kreise in Westdeutschland (95 von 326).

Die Experten sehen einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der regional verfügbaren hoch qualifizierten Arbeitskräfte und der Gesamtzahl der Erwerbstätigen in der Region: Hoch qualifizierte Arbeitskräfte seien mobiler als geringer qualifizierte und wanderten daher aus den ohnehin strukturschwachen Regionen ab. „Dadurch verstärkt sich die Konzentration gut ausgebildeter Arbeitskräfte in Metropolregionen“, heißt es in der Studie. Die Beschäftigung werde in diesen Regionen stärker wachsen als im Bundesdurchschnitt.

Um den vom demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel verursachten Trend aufzuhalten, müssten die Investitionen in Bildung und Qualifizierung merklich steigen.

Kommentare zu " Studie: Ostdeutschland droht Job-Desaster"

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  • @ Siggi40:
    Mehr selbsternannte Prediger von ihrer Sorte haben uns gerade noch gefehlt.

  • Wie schafft man mit 1500 Mrd. Euro 15% Arbeitslosigkeit, obwohl schon fast alle im erwerbsfähigen Alter bereits im goldenen Westen sind? Richtig, geht nicht. Mit diesen Geldtransfers hätte man ganz Europa aufbauen können, aber nicht die DDR. Die Milliarden der Solidarpaktmittel werden schon seit Jahren illegal für den privaten Konsum abgezweigt und nicht für den dafür vorgesehenen Zweck. Geschenktes Geld ausgeben ist lange nicht so anstrengend, als es selbst verdienen zu müssen. Alles eine Frage der Mentalität.

    Helmut entschied sich, entgegen aller Warnungen seiner berater, für die Einführung der D-Mark, weil er eine Massenflucht aus der DDR befürchtete. Zwei Drittel aller betriebe waren deshalb schon am 01.07.1990 pleite. Sämtliche Auftrage gen Osten mussten nun in harter DM bezahlt und nicht wie bisher mit Waren getauscht werden. Außerdem hätte man schon aus Gründen der Sicherheit die meisten betriebe wegen baufälligkeit schlissen müssen.

    Helmut wollte mit gigantischen Geldtransfers die modernste industrie Europas aufbauen. Doch das geht nicht mit Scheinen, sondern dafür benötigt man Facharbeiter. Wie wird aus einem staatlich promoviertem Mistgabel-Schwinger, Erbsen-Zähler, Stasi-Denunziant usw. ein kreativer und qualifizierter Facharbeiter wie im Westen? Allein daran ist Helmut gescheitert. Und von einem Wessi lässt man sich schon zweimal nichts sagen, mit überzeugendem Resultat.

    bereits Anfang 1993 habe ich in mehreren Schreiben an die Chemnitzer Staatsanwaltschaft eine horrende Arbeitslosigkeit und Massenabwanderung vorhergesagt. Damals lachten sie darüber. Na ja, heute immer noch.
    Fast jedes Wochenende wurden unsere baustellen geplündert, sogar mit logistischer Unterstützung der Polizei. „Die Jungs holen sich doch nur das, was euer Helmut uns versprochen hat“, belehrte mich ein Polizist, der sich weigerte, meine 25 Anzeigen wegen Einbruch-Diebstahl zu bearbeiten.
    Nachdem ich mehr als 50% meiner Arbeitszeit damit verbrachte, Straftaten aufzuklären, die gegen unsere Firmen, Häuser, Fahrzeuge und gegen uns selbst verübt wurden, meldeten wir alle Firmen ab und schickten die Arbeiter zum Arbeitsamt.

    Eine durch Neid und Dummheit selbstverschuldete Arbeitslosigkeit – einmalig auf dieser Welt. baut wieder eine Mauer um die DDR, aber ohne check-points, dafür 5m höher als die alte. Einfach nach Siggi40 googeln, da werden Sie geholfen.

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