Studie
Praxisgebühr schreckt nicht mehr ab

Immer weniger Menschen lassen sich einer Studie zufolge von der Praxisgebühr vom Arztbesuch abhalten. Der Anteil der Geringverdiener und Arbeitslosen, die wegen der 10-Euro-Gebühr auf einen Arztbesuch zunächst verzichten, halbierte sich demnach binnen eines Jahres.

HB BERLIN. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO). Insgesamt sank der Anteil der Versicherten, die wegen der Praxisgebühr auf einen Arztbesuch verzichteten oder ihn verschoben, innerhalb eines Jahres von 11,7 auf 9,4 Prozent. Bei den Menschen mit einem Netto-Haushaltseinkommen bis 1000 Euro und Arbeitslosen sank dieser Anteil von rund 20 Prozent auf 8,2 beziehungsweise 10 Prozent.

„Die Unsicherheiten bei den Versicherten in den ersten Monaten nach Einführung der Gesundheitsreform haben sich weitgehend gegeben“, sagte Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK- Bundesverbandes. Ein Grund sei, dass für Chroniker und Pflegebedürftige die Anerkennung von Zuzahlungsbefreiungen erleichtert worden sei.

50,2 Prozent versuchen der Studie zufolge, Behandlungsabläufe innerhalb eines Quartals abzuschließen, um Praxisgebühr zu sparen. Wie Anfang 2004 suchten auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als 80 Prozent der Befragten weitere Ärzte nur mit Überweisung auf. Der Hausarzt diene zunehmend als Lotse im Gesundheitswesen, sagte Ahrens. „Diesem Ziel sind wir durch die steuernde Wirkung der Praxisgebühr ein Stück näher gekommen.“ Das WidO befragte im Frühjahr 3000 Versicherte.

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