Studie stellt Lehramts-Studenten katastrophales Zeugnis aus
Kultusministerpräsidentin will Eignungstests für angehende Lehrer

Lehrer zu werden, ist heutzutage kein Problem. Lehrer zu sein, dagegen schon, wie die Studie eines Psychologen zeigt. Er bescheinigt jungen Pädagogen mangelnde Durchsetzungsfähigkeit. Nun sollen Eignungstests her – vor dem Studium.

BERLIN. Die Länder sollten Lehrer künftig vor dem Studium testen, "ob sie auch die geeignete Persönlichkeit für den Beruf mitbringen". Am besten wäre, Interessenten würden sich "noch vor der Studienwahl selbst einem Eignungsverfahren unterziehen – das dient letztlich allen Beteiligten", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) dem Handelsblatt.

Nur so ließe sich feststellen, ob künftige Lehrer über die nötige "starke Persönlichkeit und natürliche Autorität verfügen". Das pädagogische und psychologische Handwerkszeug dagegen „muss in der Ausbildung erworben werden - obwohl wir hier auch noch Nachholbedarf haben“.

Damit reagiert Erdsiek-Rave auf die Potsdamer Lehrerstudie des Psychologen Uwe Schaarschmidt. Die Befragung von 2 500 Lehramtsstudenten ergab bei einem „nicht geringen Teil problematische Voraussetzungen“. Dazu gehörten „Einschränkungen der Widerstandskraft, Defizite in sozialen und kommunikativen Kompetenzen und ein nur mäßig ausgeprägtes Selbstbewusstsein“. Die Kultusministerkonferenz will sich bei ihrer nächsten Sitzung um März damit befassen. Ein gutes Instrument sei der von Schaarschmidt entwickelte Selbsttest für Schüler, so Erdsiek-Rave. Auch der Philologenverband, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, fordert Eingangstests.

Derzeit gibt es so gut wie keine Auslese auf dem Weg zum Lehrerberuf - nicht mal nach Noten. Angesichts des Lehrermangels vor allem in Physik oder Mathe "können wir es uns auch kaum leisten, jemanden abzulehnen", sagte Erdsiek-Rave. Dies werde sich aber mit sinkenden Schülerzahlen ändern. Derzeit gibt es gut 12 Mill. Schüler, ab 2009 nimmt die Zahl deutlich ab, 2020 werden es noch gut 10 Mill. sein.

Die Ausbildung der Lehrer ist ohnehin eine der großen Baustellen der Kultusminister: Sie ist von Land zu Land unterschiedlich und noch immer sehr praxisfern. Erst seit kurzem gelten einheitliche Standards der KMK für die pädagogische Ausbildung, Vorgaben für die fachliche Ausbildung sind in Arbeit.

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