Studie stellt Sicherheitsmängel fest
Greenpeace prangert Schlamperei in deutschen Atomkraftwerken an

Die Umweltschutzorganisation Greepeace hat vor einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken gewarnt. Die Kernkraftwerksbetreiber hätten wichtige Investitionen in die Sicherheit ihrer Anlagen verschleppt. Insbesondere Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel und Neckarwestheim sollten so schnell wie möglich vom Netz genommen werden, fordert Greenpeace.

HB BERLIN. Die Umweltschutzorganisation stützt sich auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten der Physiker Helmut Hirsch und Oda Becker, das dem Handelsblatt (Montagausgabe) in Auszügen vorliegt. Die Gutachter argumentieren, durch den Atomausstieg seien „Mechanismen in Gang gesetzt worden, die zu einem Absinken des Sicherheitsniveaus führen können“. Teilweise seien „große Investitionen in die Sicherheit nicht mehr getätigt worden, da das Ende der Laufzeit absehbar war“. Dies gelte vor allem für die vier ältesten deutschen Kernkraftwerke Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel und Neckarwestheim, die besonders störanfällig seien. Die Gutachter warnen davor, diesen Kraftwerken längere Laufzeiten einzuräumen.

Ein Sprecher des RWE-Konzerns, der die Anlagen Biblis A und B betreibt, wies die Vorwürfe zurück, die Anlagen seien nicht sicher. Allein seit 1999 habe man in Biblis A und B rund eine Mrd. Euro investiert, davon sei der größte Teil in die Modernisierung der Sicherheitstechnik geflossen

Die rot-grüne Bundesregierung hatte 2000 den Ausstieg aus der Atomenergie mit den Kraftwerksbetreibern vertraglich vereinbart. In dem Vertrag wurden den einzelnen Kraftwerken Reststrommengen zugeteilt. Sind diese Strommengen erreicht, erlischt die Betriebsgenehmigung. Schätzungen von Greenpeace zufolge werden die vier ältesten Kraftwerke ihre Kontingente im Verlauf der nächsten Legislaturperiode ausgeschöpft haben. Die Union plant jedoch, im Falle einer Regierungsübernahme längere Laufzeiten zuzulassen..

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